22. Dezember 2015

Gestern war ich mit meinen Geschwistern in Darmstadt zum Einkaufen verabredet. Also nicht dieses Einkaufen, wo man sich unter innerem Zwang kurz vor knapp in die Stadt quält, weil man noch Geschenke braucht. Auch nicht dieses Einkaufen der Lebensmittel für die Festtage, was ebenso stressig ist. Sondern eher dieses Einkaufen, wo man eigentlich gar nichts einkauft, weil man schon alles erledigt hat, und eigentlich nur etwas Zeit mit seinen Geschwistern verbringen möchte. Also schlendert, Kaffee trinken geht und den anderen beim Einkaufen zuschaut.

Jedenfalls, beim Losfahren in Mannheim habe ich noch gedacht, du musst unbedingt noch Tanken. Als ich an der ersten Tankstelle vorbeigefahren bin, hab ich gedacht, jetzt habe ich keine Lust. Nach dem Einkaufen auf dem Weg zurück, hab ich an der gleichen Tankstelle gedacht, jetzt geht’s auch nicht, weil sonst meine Geschwister im Restaurant zu lange auf mich warten (wir gehen nach dem Einkaufen meistens noch schön essen). Dann muss ich halt spät bei mir im Stadtteil noch tanken. Als ich dann nach dem Essen spät im Stadtteil angekommen bin, hab ich das Tanken vergessen.

Voll blöd! Deswegen habe ich vorhin extra die Wohnung verlassen, nur um zu tanken. Das Tanken an sich geht ja immer total schnell, sodass ich mich immer frage, warum hast du das jetzt eigentlich so lange vor dir hergeschoben? Wo man dann auch schon extra die Wohnung verlassen hat, hab ich gedacht, jetzt könntest du auch noch schnell durch die Waschanlage fahren. Das wollte ich eigentlich dieses Jahr aussparen. Es ist ja nicht weniger Weihnachten, nur weil das Auto nicht sauber ist.

Bei der Waschanlage um die Ecke (bei mir ist irgendwie alles um die Ecke) war auch nicht viel los, was mich total gefreut hat. Ich mag diese Waschanlage um die Ecke sehr. Das Auto fährt da nämlich komplett alleine durch und man kann der Waschanlage beim Auto waschen zuschauen. Danach wird das Auto vom Waschanlagenmann noch grob von Innen gereinigt. Weil ich es nicht so gerne hab, wenn andere Leute meinen Schmutz wegmachen, helfe ich da auch immer mit. Der Waschanlagenmann putzt meistens von rechts und ich dann immer von links.

Normal saugt der Waschanlagemann kurz durch und entstaubt die Armaturen. Keine Ahnung, warum, immerhin lass ich dort jetzt schon einige Jahre mein Auto putzen, und sonst wurde das nie gemacht, aber diesmal hat der Waschanlagenmann auch meinen Aschenbescher geleert. Beim Öffnen des Aschenbechers guckt er mich komisch an. Ich dachte, warum guckt er denn jetzt so komisch? Das ist ein Aschenbecher, da sind halt Zigarettenstummel drin

„Sie rauchen ja im Auto!“
„Ja!“
„Aber das Auto riecht gar nicht nach Rauch.“

Ich wusste irgendwie nicht, was ich sagen sollte. Da kann ich doch nichts dafür. In der Wohnung rauch ich nicht, da bin ich konsequent, aber im Auto kommt das schon mal vor. So eine Langstrecke und gute Musik im Radio, ich meine, wie soll man da nicht rauchen? Aber Langstrecken hat man halt nicht so oft und deswegen rauche ich im Auto recht selten.

20. August 2017

15. Dezember 2015

Wenn ich Kollegen am Arbeitsplatz besuche und deren Posteingang sehe, habe ich meistens ganz viele Fragezeichen im Kopf. Ich sehe die unzähligen Mails im Posteingang. Manche sind ungelesen (Dickschrift), andere sind gelesen (Dünnschrift), manche sind zur Nachverfolgung markiert, wieder andere werden farbig angezeigt. Mir kommt es vor wie eine unendliche Liste, wo man gar nicht mehr richtig weiß, wo oben und unten ist.

Ich selbst arbeite nach der Zero Inbox Methode. Schon immer. Ich sortiere Mails zur Kenntnisnahme sofort weg, lösche unwichtiges, antworte zeitnah und übernehme Aktivitäten in meine ToDo-Liste. Die längste Zeit wusste ich eigentlich nicht, dass Zero Inbox eine konzeptionelle Methode ist. Aber alles andere würde mich überfordern und wahnsinnig machen.

Letzte Woche habe ich mich schon im Büro für Weihnachten verabschiedet. Den letzten Arbeitstag hatte ich mir im Kalender freigehalten. Damit ich noch Zeit habe, mich bei meinen Projektteams, die mich über das Jahr begleitet haben, zu bedanken. Ich schreibe. Ich lege richtig viel Gefühl und Persönlichkeit rein, weil ich die Menschen erreichen möchte, und man mit „Thank you for the successful golive“ nicht durch die Oberfläche kommt. Ich brauche Mut zum Versenden.

Schon nach wenigen Momenten kommen die ersten Antworten zurück. Und es liegt das gleiche Gefühl darin. Ich kämpfe ein wenig mit den Tränen, mache den Rechner aus und lasse die Mails im Posteingang stehen.

20. August 2017

15. November 2015

Mit einer Zigarette in der Hand kann man sich nicht vor einen Bahnhof stellen. Das ist immer wieder dasselbe und hier ist jede Stadt gleich. Ob Mannheim, Köln, Hamburg oder Berlin. Da gibt’s echt keine Unterschiede. Man steht keine zwei Minuten und dann steht da noch jemand (vor dir) und fragt „haste mal ne’ Kippe“?

Seit einiger Zeit steht aber noch viel öfter eine andere Frage im Raum und diese Frage hört man nicht nur am Bahnhof, sondern man begegnet ihr im ganzen Stadtgebiet. Und das macht mir Angst und erschrickt mich und beschämt mich. Die Frage lautet „haben Sie etwas Kleingeld für mich?“

20. August 2017

27. Oktober 2015

Letztens habe ich mich an der Raucherecke mit unserem Facility Manager unterhalten. Im Gespräch haben wir den Fensterputzer beobachtet, der auf einem Kran gerade mit der Südfassade beschäftigt war.

Ich: Die putzen aber schon ganz schön lange die Fenster.
Facility Manager: Ja, einmal das ganze Gebäude dauert 6 Wochen.
Ich: 6 Wochen?
Facility Manager: Ja, 6 Wochen. Und kosten tut es 20.000 Euro.

20. August 2017

24. September 2015

Mir sind heute den ganzen Tag lang die Züge vor der Nase weggefahren.

Das hat schon am Morgen angefangen. Zuhause konnte ich mich mal wieder nicht aus meiner Müdigkeit befreien. Und deswegen hab ich gedacht, noch 5 Minuten Twitter. Noch 5 Minuten Twitter, das geht, bevor ich mich auf den Weg mache. Die Straßenbahn hab ich immerhin noch fahren sehen. Nicht, dass ich sie nicht mehr hätte erreichen können, aber so Laufschritt am Morgen? Nee, lass mal, ich war ja schon froh, nicht beim Laufen einzuschlafen. Konnte ich mich also noch mal 10 Minuten mit Twitter beschäftigen.

An der Haltestelle Rathaus-Center musste ich dann umsteigen. Bis zum Anschluss hatte ich noch 7 Minuten. Eigentlich genug Zeit, um sich noch schnell einen Cafe to Go zu holen. Hab ich zumindest gedacht. Es stand nur eine Frau beim Bäcker, aber dass die gleich Backwaren für ihre ganze Abteilung kaufen möchte, das konnte ich ja nicht ahnen. Natürlich hab ich es in den 7 Minuten nicht geschafft.

Tja, irgendwann hab ich meinen Arbeitsplatz dann doch erreicht. Abends war ich außerhalb mit einem Freund zum Essen verabredet. Ich bin in solchen Dingen ja total entspannt und mach keine echte Reiseplanung (ist mir schon zu anstrengend), sondern geh einfach an den Bahnhof und nehme den nächsten Zug.

Auf der Arbeit hab ich also irgendwann das Notebook zugeklappt und statt mich auf den Weg zu machen, habe ich gedacht, ach, grad so schöne Stimmung, könnte ich noch entspannt eine Zigarette rauchen. Nicht, dass ich auf dem Weg zur Haltestelle nicht auch eine Zigarette hätte rauchen können, jedenfalls die nächste Straßenbahn hab ich dann auch verpasst.

Am Hauptbahnhof blieben dann wieder 10 Minuten bis der nächste Zug fuhr. Leider hab ich dann im Hauptbahnhof ums Verrecken nicht die Schließfächer gefunden (wollte mein Notebook darin ablegen). Musste dann einen Angestellten fragen und hinterher hab ich mich wieder selbst gefragt, an dieser Stelle biste wirklich schon ewig oft vorbeigelaufen, warum haste du nie die Schließfächer gesehen? Jedenfalls haben die 10 Minuten natürlich wieder nicht gereicht. Und der nächste Zug kam dann auch gleich mal 10 Minuten später.

Voll lustig!

20. August 2017

20. September 2015

Das letzte halbe Jahr bin fast jeden Morgen vom RathausCenter Ludwigshafen in die Südstadt gelaufen. Irgendwie war das ein schönes Ritual. Entstanden ist die Zeremonie im Frühling. Die südliche Brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen wurde aufgrund von Bauarbeiten für den Straßenbahnverkehr gesperrt und ich musste deswegen neue Wege gehen.

Der RathausCenter ist eine Mischung aus Rathaus, Einkaufszentrum und Straßenbahnknotenpunkt. Fast täglich habe ich mir dort morgens einen Kaffee gekauft. Manchmal habe ich vor der Arbeit auch kleine Einkäufe erledigt. Hab mir Nagellack im Douglas, Schnürsenkel im Reno oder Entkalker von Saecco im Saturn besorgt.

Im dem städtischen Gebäude sitzen auch kleine Unternehmen und Vereine. Vehra hat dort unter anderem sein Büro. Vehra ist eine Ehrenamtsbörse und Träger vieler lokaler und sozialer Projekte. Dazu gehört beispielsweise die städtische Tafel, welche Lebensmittel an Bedürftige verteilt. Vor langer Zeit habe ich einen Vortrag auf dem Ehrenamtstag in Ludwigshafen gehalten und seitdem berate ich den Verein in Internetfragen.

Seit vielen Jahre gehört der RathausCenter immer wieder zu denjenigen Orten, an denen mein Leben geschieht. Es ist kein schöner Ort, aber es ist ein Ort, ein Ort mit Menschen. Ein Ort, den man regelmäßig im Alltag passiert und an dem zufällige Begegnung entsteht.

Mittlerweile ist der Sommer vorbei und die Temperaturen sinken. Die südliche Brücke wurde für den Straßenbahnverkehr wieder freigegeben. Und so nähert sich diese Gewohnheit langsam dem Ende und neue Rituale kündigen sich leise an.

20. August 2017

13. September 2015

Ich steige aus der Straßenbahn. Auf dem Bahnsteig herrscht Gedrängel. Meine Anschlussverbindung geht in 8 Minuten. Die Haltestelle am Rathauscenter in Ludwigshafen ist unterirdisch. Ich fahre die Rolltreppe hoch, laufe ins Freie und zünde mir eine Zigarette an. Nach ein paar Momenten tritt eine Frau an mich heran.

Frau: „Kann ich mal ziehen?“

Ich schaue sie an. Ein weiterer Augenblick vergeht. Ich reiche ihr wortlos meine Zigarette. Die Frau zieht einmal, atmet durch, zieht noch mal und gibt mir die Zigarette zurück. Sie bleibt bei mir stehen. Ich ziehe wieder an der Zigarette.

Frau: „Das Leben ist Scheiße.“

Ich sage nichts und reiche ihr erneut die Zigarette.
Die Frau inhaliert.

Frau: „Das Leben ist Scheiße.“

Sie zieht noch einmal, gibt mir die Zigarette zurück, dreht sich um und geht weg. Ich ziehe an meiner Zigarette und schaue ihr nach, wie sie langsam zwischen den vielen Menschen untergeht.

20. August 2017

4. September 2015

Der Stromanschluss des MacBooks nennt sich MagSafe. Es gibt Leute, die finden das ziemlich übertrieben. Stromanschluss hätte als Name doch auch gereicht. Ich finde, der Stromanschluss des MacBooks hat seinen eigenen Namen durchaus verdient. MagSafe ist nämlich magnetisch, was total praktisch ist. Und (das darf man nicht vergessen) MagSafe funktioniert linksrum wie rechtsrum. Sachen, die linksrum wie rechtsrum funktionieren, find ich total gut. Ich hab da einfach mit USB schlechte Erfahrungen gemacht.

Mittlerweile gibt es nicht nur MagSafe, sondern auch MagSafe 2. MagSafe 2 ist eigentlich das gleiche wie MagSafe 1. Der Stecker ist nur etwas kleiner. Vor ungefähr einem Jahr bin ich von MagSafe 1 auf MagSafe 2 umgestiegen. Na ja, eigentlich ist Umstieg übertrieben, ich hab mir halt ein neues MacBook gekauft.

Jetzt ist es so, ich schleppe nicht gerne Sachen. Und so ein Netzteil hat ja auch ziemlich viel Gewicht. Deswegen habe ich an allen Orten, an denen ich häufig bin, ein Netzteil hinterlegt. Beim Wechsel auf MagSafe 1 auf MagSafe 2 musste ich natürlich alle diese Netzteile mit einem kleinen Adapter versehen. Das sind kleine Aufsätze, die steckste auf einen MagSafe 1 Anschluss und heraus kommt ein MagSafe 2 Anschluss. Voll gut also!

Seit ein paar Tagen funktioniert nun das Netzteil zuhause hinter der Coach nicht mehr. Und jetzt frage ich mich natürlich, ob nun der Adapter oder das Netzteil kaputt ist, und grübele darüber nach, wie ich das ohne größeren Aufwand herausfinden könnte?

20. August 2017

2. September 2015

Controlling gehört eindeutig zu den Kernkompetenzen des Unternehmensbereichs, in dem ich arbeite. Wo man auch hinschaut, überall Controller.

– Corporate Division Controller
– Business Area Controller
– Operation Controller
– Investment Controller
– PMO Controller

Die Controller des angeschlossenen Weltkonzerns sind hier noch gar nicht mitgezählt. Jedenfalls wurde die Tage (so ganz nebenbei) festgestellt, dass wir das Jahresbudget für IT-Projekte quasi schon bis zum August verbraucht haben.

Super controlled, würd ich mal sagen!

20. August 2017

22. August 2015

Vor 10 Jahren:
Ich muss jeden Tag schon um 7:30 h auf der Arbeit sein.

Vor 5 Jahren:
Termine um 9 Uhr sind eine Herausforderung.

Vor 3 Jahren:
Sorry! Vor 10 Uhr nehme ich keine Termine an.

Heute:
Ob ich es mir wohl erlauben kann, den Kalender vormittags generell komplett zu blocken?

20. August 2017