Die Digitale Brille

Gestern hab ich mal wieder so eine Idee gehabt. Könnt ihr euch noch an Google Glass erinnern? Das war eine ziemliche Innovation, welche aber seiner Zeit weit voraus war und viele neue, technische sowie gesellschaftlicher, Fragen aufwarf. Die Google Glass war eine neue Art von Wearable und übertrug klassische Features eines Smartphones auf eine Brille. Man erhielt Notifications oder Wegbeschreibungen direkt ins eigene Sichtfeld hinein, man konnte Fotos genau so machen, wie man gerade die Welt sah, und die Brille über Sprache oder Augenzwinkern bedienen.

Letztendlich hat man bei der Google Glass aber leider wieder den üblichen Fehler gemacht, indem man Funktionen einer bekannten Produktkategorie (dem Smartphone) auf eine neue Produktkategorie (der Brille) übertrug. So funktioniert das aber nicht, wie man anfangs auch an der Apple Watch beobachten konnte. Ich finde ja, wenn man einen Schritt zurück gehen und nur den eigentlichen Zweck einer Brille digitalisieren würde, wäre das schon eine unglaubliche und eigentlich sogar viel größere Innovation.

Was macht eine Brille? Für den Träger vergrößert eine Brille das, was man sieht. Und wenn man genau diesen Mechanismus digital abbilden würde, also das Sichtfeld mit einer hochauflösenden Kamera aufnimmt und pixelfrei auf ein Brillenglas projiziert, entstünden damit völlig neue Möglichkeiten.

Durch die Digitalisierung wäre der Vergrößerungsgrad nämlich dynamisch skalierbar (durch Einstellungen anpassbar). Dadurch könnte die Zoomstufe mit dem eigenen Alter mitwachsen und man müsste sich nicht mehr alle Nas lang, neue Gläser anfertigen lassen. Zusätzliche Lese- oder Sonnenbrillen sind obsolet. Diese Anwendungsfälle wären mit der Hauptbrille abgedeckt, indem man einfach die entsprechende Einstellung aktiviert. Die Brille könnte sich abhängig von Tages- und Jahreszeit verdunkeln oder erhellen. Und sich genau so justieren, wie es der Träger in jenem Moment braucht. Ein weiteres Feaure wären Farbfilter, welche gewisse Farbnuancen verstärken oder abschwächen, beispielsweise für Leute mit Rot-Grün-Blindheit. Die Brille könnte auch spielerische Funktionen mitbringen, welche graue Städte für Frohnaturen einfärbt. Oder das Gegenteil bewirken, und Melancholiker mit einer schönen Schwarzweiß-Sicht auf die Welt bedienen.

Das wäre doch mal was!

Über den Blogger
Marco Hitschler wohnt in Mannheim und schreibt auf diesem Blog beliebige Texte in das Internet hinein. Sein Handwerk ist die Informatik und beruflich arbeitet er im Projektmanagement. Wenn man einmal mit dem Bloggen angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. Furchtbar! Infolgedessen wird auf diesem Blog ganz kunterbunt in verschiedenen Formaten publiziert.
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