Schaubild: Kreislauf

Wirtschaftskrisenendlosschleife

Wenn ich das Schlagwort Wirtschaftskrise höre, dann stelle ich meistens gleich auf Durchzug. Ich kann das einfach nicht mehr hören. Da schwingt mir zu viel Weltuntergang mit. Ist doch nur Wirtschaft. Leider nimmt dort das Unglück nur seinen Anfang und kommt am Ende doch immer im Leben des Einzelnen an. Jedenfalls hab ich aber den Überblick bei den Krisen total verloren. Das waren einfach zu viele Krisen in letzter Zeit. Das kann mir doch niemand übel nehmen, oder? Was zu viel ist, ist zu viel. Zu viel Panik für etwas völlig normales. Es kann nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein. Was nach oben schießt, fällt auch herunter. Im Gegensatz zu den theoretischen Wirtschafskrisen sind private Lebenskrisen natürlich eine andere Hausnummer. Wenn sich ein ganzer Lebenslauf auflöst und neu zusammenfaltet, das macht schon richtig Gänsehaut. Wer das übersteht, wer danach aufsteht, wer daran wächst, trägt einen unglaublichen wertvollen Erfahrungsschatz in sich. Die gewonnene Lebenskompetenz schützt uns immer besser vor kritischen Situationen. Im Kontrast dazu nützt uns wachsende Wirtschaftskompetenz scheinbar überhaupt nichts, Wirtschaftskrisen werden immer größer, kommen immer schneller, hören irgendwie gar nicht mehr auf.

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Die Erwartung in dir

Sie ist in dir und nicht in mir. Sie ist in deinem Kopf, sie ist in deinen Gedanken. Du hast sie selbst erschaffen. Du bist ihr Architekt allein. Woher du kommst, was du erlebt hast, was du tust. Es floss alles in den Bauplan ein. Raumklima, Belichtung und Material, die Innenarchitektur hast du dir selbst konzipiert und ausgedacht. Es standen dir keine Berater zur Seite. Das Haus wurde ganz nach deinen Wünschen gebaut. Es wurde nicht nur für dich gebaut, du hast es selbst gebaut. Du hast die ersten und letzten Steine gesetzt, du hast die Wände gestrichen, du hast den Boden verlegt. Trotzdem hat es dich keine Mühen gekostet, du hast nicht geschwitzt, du hast dich nicht schmutzig gemacht, das ging alles mehr oder weniger implizit nebenbei. Kaum war es eingerichtet, war es unmittelbar nicht mehr dein Geschmack. Das Leben verändert sich, du selbst veränderst dich, deine Bedürfnisse verändern sich. Deine Gedanken, deine Wünsche, deine Erfahrungen deformieren dieses Gebilde permanent. Es ist niemals gleich und immer anders. Du vergewaltigst es jeden Tag.

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Love Exposure, 237 Minuten

Wie soll man dieses Gefühl erklären? Wie soll man etwas erklären, an dessen Erklärung wir bisher immer nur gescheitert sind? Wie soll man erklären, wofür es keine Erklärung gibt? Schon seit Jahrtausenden schreiben sich Autoren die Finger wund, um sie einzufangen, um sie einzukreisen, um sie zu erklären. Die Liebe. Aber jeder Versuch endet maximal mit einem Teilerfolg. Wir blättern und schaben einzelne Facetten aus dem Ganzen und auch die Summe aller Teile bleibt letztlich nur ein Fragment. Jede Erklärung ist zu wenig. Vielleicht gibt es auch gar nichts zu erklären. Vielleicht ist sie einfach nur da. Aber sie ist nicht nur da, manchmal muss man sie erst entdecken. Aus Nichts kann doch nichts entstehen, und trotzdem kommt sie manchmal wie aus dem Nichts heraus. Sie wächst und gedeiht. Sie weitet sich auf unendliche Weise in einem Raum ohne Grenzen. Wenn wir diesen Raum gemeinsam betreten, empfinden wir trotzdem verschieden, weil Liebe nie gleich ist, und ihren Reichtum an Varianten mit uns ausspielt. Wie soll man das einfangen? Wie soll man das begreifen? Es bleibt vergebliche Liebensmüh. Von Liebensmühen erzählt auch das unverwechselbare Filmkunstwerk Love Exposure.

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Twitter Logo Official

Besser tweeten mit Schablonen

Twitter zu erklären, das ist nicht einfach. Tweets zu schreiben, das ist noch viel schwieriger. 140 Zeichen, das wird gerne unterschätzt. 140 Zeichen, die einladen, die anstecken, die infizieren, das muss man erst einmal hinbekommen. Nicht nur einmal, sondern in guter Frequenz immer wieder. Die Timeline macht für gute Tweets keine Kompromisse. Soeben rausgezwitschert, schiebt sich der Tweet konsequent in der Timeline nach unten. Nach kurzer Zeit verschwindet der Tweet im Universum. Zudem gibt es auf Twitter sehr viele gute Mikroblogger. Sie verlangen permanent nach unserer Aufmerksamkeit. Aber Aufmerksamkeit, das haben wir leider nur begrenzt. Es hilft alles nichts, wir müssen selektieren. In Anbetracht dieser Auslese haben es Neuankömmlinge einfach schwer. Die brauchen einen langen Atem. Es dauert Zeit bis man sein Publikum gefunden hat. Immerhin mangelt es nicht an Themen. Der Alltag liefert fortlaufend neue Momente, die man durch einen Tweet verprotokollieren kann. Also einfach den Augenblick abschreiben oder folgende Schablonen zu Hilfe nehmen.

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Was ist Überwachung?

Zu diesem Thema wurde schon alles gesagt, eine Meinung. Zu diesem Thema wurde noch nicht genug gesagt, eine andere Meinung. Ich bin mir unsicher, ob ich noch etwas Wesentliches in der Diskussion beitragen kann, meine Meinung. Als gesichert gilt jedoch der Sachverhalt, dass wir viel darüber reden, aber zu wenig dagegen tun. Schließlich nimmt die Überwachung im digitalen Raum fortlaufend zu. Du wirst überwacht. Ich werde überwacht. Alle werden überwacht. Was natürlich nicht überwacht wird, das sind die Überwacher. Soweit die Ausgangslage, soweit die Gegenwart. In der Zukunft kommt es aber noch viel schlimmer, das ist jetzt schon klar. Wir haben auch völlig den Überblick verloren. Es waren einfach zu viele Überwachungen auf einmal. Vielleicht ist auch genau diese Frequenz das Problem. Schließlich wird ein Skandal in einer endlosen Skandalreihenfolge zu einem normalen Sachverhalt. Die Überwachungsmenge hat uns irgendwie erblinden lassen. Es ist also Zeit, sich neu zu sortieren. Betrachtungsobjekt ist der digitale Raum. Wir stellen uns die einfache Frage, was ist Überwachung?

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Real Life ist Fake Life

Dabei hat alles so schön angefangen. Die Tweets waren geistreich, humorvoll und selbstbewusst. Ist das nicht eine wunderbare Kombination? Das macht Lust auf mehr. Die Lust darauf, den Menschen dahinter zu entdecken. Und diese Magie blieb auf anderen Kanälen ebenso erhalten. Das Profil auf Facebook war beruhigend normal und gewöhnlich. Die Fotos auf Instagram dagegen bunt und lebendig. Die erste Kontaktaufnahme, immer schwierig, aber es kam eine Nachricht zurück. Schritt für Schritt einen Menschen kennenzulernen, das ist einfach wunderbar. Genauso wunderbar ist die Vorstellung dieses Menschen, die man in seinen Gedanken entwickelt. Die vielen kleinen Mosaiksteine, es ist aufregend und spannend. Irgendwann beginnt jedoch diese Fassade zu bröckeln, Risse entstehen und in kleinen Schritten kommt etwas ganz anderes zum Vorschein. Nichts war gelogen, aber jede weitere Information verändert rückwirkend die Gesamtkonstruktion. Das Bild in meinem Kopf. Es war nur Fake. Das war zwar ein Mensch, aber ein ganz anderer Mensch.

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WordPress Logo Official Dark (WordPress.org)

The Dark Side of WordPress

Manchmal habe ich das Gefühl, das ganze Internet besteht nur noch aus WordPress. Manchmal kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal auf einer Internetseite war, die nicht mit WordPress betrieben wurde. Manchmal denke ich, die Sache mit WordPress ist mittlerweile irgendwie zu groß. Angeblich basieren fast 20 % aller Internetseiten auf WordPress. Wenn man ausschließlich auf die Content-Management-Systeme schaut, bewegt sich der Marktanteil sogar bei 60 %. Und als Plattform für Applikationen (Laufzeitumgebung) fängt WordPress gerade erst so langsam an. Selbst Matt Mullenweg (der Erfinder von WordPress) spricht schon vom Betriebssystem des Internets. Das ist natürlich etwas hoch gegriffen und trotzdem ist auch etwas Wahres dran. Da wird in den nächsten Jahren noch einiges auf uns zukommen. Ich finde das schon etwas gruselig.

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Du bist doof. Nein, du bist doof.

Konflikte, das ist ja auch so ein Thema. Niemand mag sie. Niemand will sie. Jeder versucht sie zu vermeiden. Und trotzdem sind wir geradezu von ihnen umzingelt. Einen Konflikt, den kann man nicht einfach abschütteln. Wenn ein Konflikt erst einmal da ist, wird man ihn so schnell nicht mehr los. Manchmal werden wir sogar ungewollt in einen Konflikt hineingezogen, obwohl wir gar nicht beteiligt waren. Und schon sind wir mittendrin im Geschehen. Dann ist es aus mit der Ruhe und wir müssen Position beziehen. Es fühlt sich an wie Krieg. Wir haben Streit, wir verlieren Freunde und am Ende bleibt ein Totalschaden. Es gibt einen Sieger und einen Verlierer, aber der Konflikt ist trotzdem immer noch da (zumindest gefühlt). Das braucht doch kein Mensch. Außerdem wurden wir dafür auch gar nicht vorbereitet. Schöne Scheiße.

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Shortbus

Was wäre, wenn es einen Ort gäbe, an dem wir uns selbst sein könnten? Einen Ort, an dem wir uns nicht verstellen oder anpassen müssten. Einen Ort, wo wir unsere Bedürfnisse nicht verbergen müssten. Einen Ort, wo wir unsere Fassaden und Masken ablegen können. Weil uns niemand verurteilt. Weil niemand über uns richtet. Weil jeder Mensch an diesem Ort gleich ist. Und diese Gleichheit liegt in der Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Ich werde angenommen, trotz meiner Deformation und Sonderbarkeit. Egal, wie ich bin, was ich bin, wer ich bin. Egal, was ich gemacht habe, was ich mache und noch machen will. Und ich bin nicht allein. Es ist warm. Es ist geborgen. Es ist schön. Ich muss meinen Fetisch nicht unterdrücken, sondern kann meinen Fetisch leben. Und wenn man das kann, dann ist alles richtig, dann ist das Leben schön. Leid, Schmerz, Traurigkeit, man wird sie niemals gänzlich los. Aber an diesem Ort ist Frieden. Es ist das Paradies und ein solches Paradies ist der Shortbus in New York.

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CONTROL

Communication is out of CTRL

Miteinander sprechen, etwas geben und nehmen, sich mit Worten begegnen. Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie es damals war? In der Zeit als Handy und Internet noch nicht erfunden waren? Kommunizieren war früher ja quasi ein Monopol der Wirklichkeit. Man kann sich das eigentlich gar nicht mehr richtig vorstellen. Informationeller Austausch, das ging tatsächlich nur in Echt. Aber wie hat man das gemacht? Wie hat man sich in den Zustand der Begegnung gebracht, sodass miteinander kommunizieren überhaupt möglich war? Das ist eine interessante Frage, oder? Und die Antwort fällt gar nicht so leicht. Wenn man darüber nachdenkt, drehen sich die Gedanken sehr schnell um einen größeren Kontext.

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