Skizze: Papa

Papa

Zu meinem Vater hatte ich die meiste Zeit lang ein schwieriges Verhältnis. Dafür gab es vielerlei Ursachen. Er ist hart, ich bin zart. Vielleicht lag’s am Ende aber im Wesentlichen einfach darin begründet, dass ich Abgrenzung statt Nachahmung gesucht habe. Ich wollte für mich immer etwas anderes als das, was er für mich vorgesehen hatte. Die Jahre waren also von Konflikten geprägt. Sei’s drum, so ist das halt im Leben. Und das Leben verändert sich. Es hat mit den Jahren meinen Vater verändert und es hat mich ebenso verändert. Und diese Veränderungen sorgten für Frieden. Früher hat er mich permanent zur Weißglut gebracht und heute, heute kann ich seine Allüren friedlich annehmen. Zum Beispiel sagt er immer so … so Sätze. Und diese Sätze kommen in gewissen Situationen auf Knopfdruck quasi nach dem Muster IF-THEN-ELSE. Als wäre mein Papa gar kein richtiger Mensch, sondern ein Algorithmus. Also sind seine Reaktionen total vorhersehbar und das macht das Zusammenleben (theoretisch) recht einfach.

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Skizze: Leerer Rahmen

Wer bin ich?

Die letzte Stunde habe ich damit verbracht, mit Freunden auf Twitter herumzualbern. Eigentlich wollte ich mein Bücherregal abstauben, aber dann schrieb ich einen Tweet und eins kam zum anderen. Heute ist es dunkel draußen. Viel dunkler als die letzten Tage und Wochen. Die Sonne macht eine Pause und ich fühle mich innerlich wohl. Die Wolken sind der Missing Link und ich bin zeitweise kein Fremdkörper. Die Kaffeemaschine unterbricht das Lied For now I am Winter von Olafur Arnalds. Das Mahlwerk zerdrückt die Bohnen und für ein paar Momente ist kein anderes Geräusch im Raum. Ich öffne die Tür zum Balkon und zünde mir eine Zigarette an. Wenn es duster ist, machen die Menschen tagsüber ein Licht an und man kann in die Wohnungen sehen. Der Nachbar gegenüber steht am Herd. Die Oma in der Wohnung links daneben ruht sich im Sessel auf. Ganz oben hängen zwei lesbische Frauen gemeinsam die Wäsche auf. Und irgendwo höre ich Streit. Alles ist richtig! Nichts ist verkehrt. Ich sauge den Moment auf. Der leere Raum öffnet sich und stellt mir plötzlich eine Frage, wer bist du?

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Apple Watch – Yes or No?

Handy? Braucht kein Mensch! Das hat man früher tatsächlich gesagt. Das Gleiche hat man übrigens auch zum Smartphone gesagt. Und Tablets hat natürlich auch kein Mensch gebraucht. Irgendwie komisch, immer wenn kein Mensch eine Technologie braucht, setzt sich die Technologie durch. Derzeit führt man die Diskussion bei Smartwatches im Allgemeinen und der Apple Watch im Speziellen, die braucht halt auch kein Mensch. Jetzt könnte man einräumen, eine Smartwatch ist nur sehr bedingt mit dem Smartphone vergleichbar. Schließlich hat uns Smartphone eine ganz neue Welt eröffnet und implizit das mobile Internet gebracht. Andererseits trägt heute schon beinah jedermann eine Uhr am Handgelenk. Die Smartwatch steht ja noch ganz am Anfang. Sie ist etwas völlig neues und jetzt muss man erst einmal herausfinden, was man künftig mit diesem Gerät alles machen könnte. Und was man heute schon mit einer Smartwatch machen kann, davon soll hier am Beispiel der Apple Watch erzählt werden.

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Himmlische Kreise

Über die Umschwünge der himmlischen Kreise

Ich wohne in der Kopernikusstraße. Kopernikus lebte im 15. Jahrhundert und hieß mit Vornamen Nikolaus. Damals hat man noch geglaubt, dass sich die Sonne um die Erde dreht und wir den Mittelpunkt des Universums bilden. Nur der Kopernikus hat das nicht geglaubt. Deswegen hat er das Buch „De revolutionibus orbium coelestium“ geschrieben. Kopernikus war ein schlauer Kopf und wusste um die Kraft seiner Botschaft. Aus diesem Grund hat er das Buch fast 30 Jahre zurückgehalten. Das Werk gehört zu den Meilensteinen der Astronomie der Neuzeit und leitete die kopernikanische Wende ein. Die kopernikanische Wende war eine mentale Revolution und erschütterte ohne Gewalt das Selbstbild des Abendlandes. Nicht nur der Himmel hat sich verändert, sondern die ganze Welt stand plötzlich völlig auf dem Kopf und nichts war mehr wie zuvor. Nur durch ein Buch, das behauptete, dass sich die Erde um die Sonne dreht.

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Guru Meditation

Guru Meditation

Kann sich noch jemand an die Guru Meditation erinnern? Die Guru Meditation war eine Fehlermeldung des Amiga. Die Fehlermeldung wurde in besonders schwerwiegenden Fällen, die zum Absturz des ganzen Computers führten, eingeblendet. Dabei färbte sich der Bildschirm schwarz und oben blinkte ein roter Rahmen, der einen Fehlercode enthielt. Man hatte zwei Möglichkeiten, ein Klick mit der linken Maustaste führte zum Neustart des Rechners, ein Klick mit der rechten Maustaste startete den Debugger. Und natürlich war die Arbeit verloren, falls man nicht zufällig vorher gesichert hat. Die Guru Meditation ist ungefähr mit dem heutigen Blue Screen auf Windows vergleichbar. In einer solchen Situation liegt die natürliche Reaktion des Menschen natürlich darin, aus dem Nichts heraus Gefühlswallungen aufzubauen, die sich meist als Aggression niederschlagen. Genau deswegen haben die Amiga-Erfinder die Fehlermeldung nicht Fehlermeldung genannt, sondern Guru Meditation. Beruhige dich, mach eine Pause und ordne deine Gedanken.

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Du

Du

Es ist mir egal, woher du kommst. Ob es dort schön ist oder hässlich. Ob es dort regnet oder der Nebel regelmäßig die Häuser versteckt . Ob der Ort noch existiert oder schon längst abgebrannt. Hast du ihn selbst angezündet oder war das jemand anderes? Musste sich jemand dafür rechtfertigen oder wurde zur Verantwortung gezogen? Mir ist es gleich. Ob du von oben gefallen oder von unten aufgestiegen bist, es bedeutet mir nichts. Vielleicht hast du dich auch noch gar nicht bewegt, weil dir der Mut fehlt, weil du Angst hast oder Pflichten die Wege versperren. Du bist willkommen. Jedes Zuhause ist verschwunden und unser Zuhause ist überall. Ich möchte dich fragen, was ist deine Lieblingsfarbe? Blau? Grün? Vielleicht sogar violett? Und es ist okay, wenn du mir deine Lieblingsfarbe nicht verraten möchtest und deine Lieblingsfarbe ein Geheimnis bleibt.

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Dreiecke

Geometrie und Zauberkunst

Was ist ein Dreieck? Ohne Stift und Papier ist das gar nicht so einfach zu erklären. Ein Dreieck ist ein Polygon (Vieleck). Es hat aber nicht viele Ecken, sondern nur drei. Es hat nicht nur drei Ecken, sondern auch drei Seiten und drei Winkel. Und weil man jeden Winkel von Innen und von Außen betrachten kann, hat das Dreieck eigentlich sogar 6 Winkel. Die Seiten sind gerade und begrenzen die Fläche des Dreiecks. Die Innenwinkel betragen zusammen 180 Grad. Die Außenwinkel hingegen summieren sich auf 720 Grad. Im Kontrast dazu ist die Länge der Seiten beliebig. Schon irgendwie crazy, oder? Ein Dreieck ist ein geometrische Figur der Ebene. Das bedeutet, es hat kein Volumen und keinen Körper. In der euklidischen Geometrie ist das Dreieck die einfachste Figur in der Ebene.

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Bis nichts mehr übrig war

Ich liebe meinen Freund. Ich liebe meinen Freund wirklich sehr. Aber sein Herz schlägt für eine andere Frau.

Es war noch nicht ganz Nacht. Die Musik füllte angenehm den Raum. Vorsichtig stellte der Kellner die Getränke auf den Tisch. Ein Cabernet Dorsa, ein Shiraz und ein stilles Wasser mit zwei Gläsern. Das kleine Teelicht freute sich leise und brachte alles zum Funkeln. Nach dem Kino gingen wir selten gleich nach Hause. Es war eine schöne Gewohnheit, danach noch irgendwo einzukehren.

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Update: Adobe Creative Cloud

Update of the Future

Ich will gar nicht daran denken, wie viel Zeit ich in meinem Leben schon mit Updates verplempert habe. Update hier, Update da, Update dort. Manchmal traut man sich gar nicht mehr richtig, ein Programm aufzumachen. Furchtbar! Diese Lebenszeit erhält man ja nicht zurück. Die ist einfach so weg. Verschwunden im Universum, auf Nimmerwiedersehen. Aber deswegen kann man ja nicht einfach keine Updates mehr machen. Updates sind schließlich wichtig. Das Update schließt kritische Sicherheitslücken, korrigiert Fehler und oft kommen, so mir nichts dir nichts, auch neue Funktion hinzu. Eigentlich ja total gut! Wenn es nur nicht so nervig wäre!

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Das Universum

Das Universum

Wenn man das Wort Universum hört, denkt man vorwiegend an den Weltraum. Man denkt an all die Sterne, Planeten und Galaxien, die es im Kosmos gibt. Wussten Sie, dass man eine Aggregation von Galaxien einen Galaxienhaufen nennt? Und wenn sich nun mehrere Galaxienhaufen anhäufen, bezeichnet man das als Superhaufen. Ziemlich interessant, oder? Die Erde gehört zum Universum natürlich auch dazu. Und nicht nur der blaue Planet an sich, sondern auch alles, was es auf diesem blauen Planeten gibt. Also auch Staubpartikel, Moleküle und Quarks. Ein Quark ist übrigens ein elementarer Baustein eines Hadrons und aus Hadronen besteht der Atomkern. So klein ist das Quark. Letztlich besteht also jegliche Materie dieser Welt irgendwie aus Unfug. Was mit dem Quark seinen Anfang nimmt, endet irgendwann mit der Anordnung aller Dinge. Ein anderes Wort für Ordnung ist Relation und in einer Relation stehen alle Elemente miteinander in Verbindung.

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