27. März 2018

Letzten Herbst habe ich mir die Zeit genommen und meine privaten Fotos auf der Festplatte aufgeräumt. Diese Aufgabe hatte ich ewig vor mir hergeschoben, aber die Mühe hat sich am Ende wirklich gelohnt. Meine Fotosammlung ist nun mit der Cloud verbunden, über alle Endgeräte abrufbar, alles ist schön ordentlich und richtig sortiert. Die festgehaltenen Augenblicke verstauben nicht mehr als Kopie_von_IMG_1024-3.jpg auf dem Dateisystem, sondern sind über eine Foto-App auf vielfältige Weise endlich richtig accessible. Seitdem entdecke ich auch ein wenig die Fotografie für mich und poste wieder regelmäßig auf Instagram. Davor hatte ich das Netzwerk eigentlich nur sporadisch benutzt.

Jedoch habe ich immer so ein komisches Gefühl im Bauch, wenn man Inhalte in ein soziales Netzwerk hineinschüttet. Auf der Metaebene haben die soziale Netzwerke mittlerweile viele Funktionen des klassischen Blogs assimiliert, so dass man durchaus die Frage stellen kann, ob man das Medium Blog überhaupt noch braucht? Aber was passiert, wenn sich das soziale Netzwerk verändert und durch diese Veränderung eine Entfremdung entsteht? Was passiert, wenn ich als Nutzer gesperrt werde? Was passiert, wenn jemand meine Inhalte missversteht und meldet? Was passiert, wenn das soziale Netzwerk seinen Lebenszyklus durchlaufen hat und den Dienst einstellt? Von der Idee des offenen Internet möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst anfangen.

Das soziale Netzwerk ist auf lange Sicht eine schwere Hypothek. Das eigene Blog hingegen ein wirkliches Zuhause. Hier ist der richtige Platz für alle Dinge, die man ins Internet reinpubliziert. Jedenfalls, eigentlich wollte ich nur sagen, es gibt hier im Blog seit ein paar Wochen (mal wieder) ein neues Format. Das Format heißt Raketenstaub und besteht inhaltlich im Wesentlichen aus den Fotos meines Instagram Feeds. Fotobloggen ist eine sehr spezifische Kiste. Deswegen werden die veröffentlichen Beiträge auch nicht in den RSS-Feed des Blogs übernommen, damit sich dessen Abonnenten nicht gefotogebombt fühlen. Irgendwann werde ich noch eine schöne Lightbox zum Durchklicken nachreichen, aber da ich bin konzeptionell noch am Überlegen, wie ich das technisch realisiere.

Screenshot: Kachelansicht Instagram on unmus

Und jetzt bitte Daumen drücken, dass ich nicht noch auf weitere Ideen komme. Irgendwann muss ja auch mal Schluss sein. Mit diesen vielen unterschiedlichen Formaten verkommt dieses Blog langsam zu einer Wundertüte.

27. März 2018

19. März 2018

Bei Filmen, Büchern und Comics gibt es nur ganz wenige Genres, mit denen ich nichts anzufangen weiß. Eines dieser Genres ist der Horror. Horror ist mir einfach zu gruselig und ich finde an der Angst schlichtweg keine Freude. Dementsprechend war ich auch dem Konzept des Zombies die längste Zeit nicht zugänglich.

Durch die Serie The Walking Dead hat sich dieser Sachverhalt aber grundlegend gedreht und nun habe ich ganz viel Zombie-Liebe in mir. Wobei man natürlich sagen muss, dass The Walking Dead strenggenommen keine Zombie-Serie ist. Die Zombies bilden nur die Kulisse für die eigentliche Handlung. Tatsächlich war mir anfangs auch gar nicht bewusst, das The Walking Dead auf einem Comic beruht. Im Nachgang kratzt das schon ein bisschen an meiner Ehre. Die Existenz des Comics habe ich dann erstmal weiter verdrängt, denn wenn ich jetzt damit auch noch anfinge, müsste ich unzählige Bände nachkaufen, was Unmengen an Geld verschlingen würde. Bislang sind nämlich schon über 160 Ausgaben erschienen.

The Walking Dead wird von Robert Kirkmann geschrieben und seit 2003 vom Image Verlag in der USA veröffentlicht. Das Comic gewann 2010 den Eisner Award als „Best Continuing Series“. In Deutschland erscheint The Walking Dead im CrossCult Verlag als Sammelbandausgabe in drei verschiedenen Editionen. Eines dieser Editionen ist das Kompendium. Das Kompendium enthält 48 Ausgaben, hat über 1000 Seiten und bislang sind drei Bände erschienen. Damit haben sie mich dann doch gekriegt! Beim Lesen der ersten Seiten war alles noch recht ungewohnt, wie das halt immer so ist, wenn man mit einer neuen Serie beginnt. Aber schon nach wenigen hundert Seiten hatte ich das altbekannte The Walking Dead Feeling im Bauch und konnte den Comic nicht mehr aus der Hand legen.

Durch das Comic habe ich ein völlig neues Verständnis der TV-Serie entwickelt. Es war eine fortlaufende Überraschung, dass man alles, was die TV-Serie ausmacht, in der gleichen Intensität schon in der Vorlage findet. Die TV-Macher haben sich wirklich viel Mühe gegeben und haben das Feeling des Comics extrem gut eingefangen. Dabei hat man das Comic auch nicht 1:1 abgedreht, sondern die TV-Serie nimmt sich auch ihre Freiheiten (was gut ist). Sie führt neue Figuren und zusätzliche Handlungsstränge ein. Das Beziehungsgeflecht in der Gruppe wurde verändert und die Figuren sterben mitunter in anderer Reihenfolge. Insgesamt hält die TV-Serie aber eine gute Balance zwischen ihrer Vorlage und dem eigenen Weg.

Anfangs hatte ich Angst, das Comic wäre langweilig, weil mir die Handlung durch die Serie eigentlich schon bekannt war. Das war aber völlig unbegründet. Das Comic entwickelt eine unglaubliche Kraft und man verfällt sprichwörtlich ins Binge-Reading. Beim Lesen hatte ich immer wieder einen Gedanken: Also sooooo viel haben sich die TV-Serienmacher ja nicht ausdenken müssen.

Logo: The Walking Dead

19. März 2018

15. März 2018

Bei uns in der Familie hat jeder sein eigenes Auto. Fast alle wohnen im ländlichen Raum und ohne eigenes Auto ist das Leben da einfach nicht zu bewältigen. Wenn in der Familie ein Auto beispielsweise durch Reparaturen ausfällt, bringt das alle Prozesse durcheinander und die Autos werden in der Familie wild hin- und her getauscht, damit jeder ein Auto verfügbar hat, wenn er eins braucht. Dabei gibt es natürlich auch Präferenzen, welche Autos man gerne nimmt und welche nicht. Mein Auto steht dabei ganz am Ende der Kette, was ich überhaupt nicht verstehe.

Mein Auto hat ein Automatik-Getriebe sowie ein Start-Stopp-System. Deswegen hatte sich Mama beispielsweise ganz lange gegen das Fahren meines Autos gewehrt. Obwohl die Automatik das Fahren eigentlich viel einfacher macht, ist es halt schon sehr ungewohnt, wenn man nicht kuppeln und keine Gänge einlegen muss. Und beim Start-Stopp-System hatte sie doch starke Bedenken, ob das Auto an der Ampel wirklich wieder anspringt. Irgendwann hat sich Mama aber dann doch überwunden. Das Problem war dann überraschenderweise ein ganz anderes. Die Bremsen sind bei meinem Auto nämlich so eingestellt, dass schon geringer Druck für eine enorme Bremsleistung sorgt. Also war folgendes geschehen, Mama möchte leicht abbremsen und aufgrund ihrer Erzählung stelle ich mir die Situation gedanklich so vor, dass mein Auto eine Vollbremsung macht und eventuell sogar einen kleinen Salto. Seitdem ist Mama von meinem Auto traumatisiert und ist es nie wieder gefahren.

Meine Schwester hingegen ist da nicht so zimperlich. Obwohl ihr die befürchtete Sache mit der Start-Stopp-System tatsächlich einmal passiert ist. Mitten in Heidelberg im Stadtverkehr ist das Auto nicht mehr angesprungen. Angeblich! Mir ist das ja noch nie passiert. Letzten Sommer hat sich der Wind aber auch in ihrem Fall gedreht. Mama war ohne Auto, weil sich die Lieferung ihres Neuwagens verzögerte, aber das alte Auto schon verkauft war. Weil aber Mama nun ja von meinem Auto traumatisiert war, hatte sie das Auto von meiner Schwester zur Leihe bekommen und dafür hat meine Schwester meines benutzt. In dieser Zeit war gerade Hochsommer und jetzt muss man wissen, mein Auto hat keine Klimaanlage. Viele Erledigungen, 37 Grad und den Rest kann man sich ausmalen. Meine Schwester gab mir das Auto schon nach wenigen Tagen wieder zurück.

Es entbehrt natürlich nicht der Ironie, dass ich als Einziger in der Familie nicht auf mein Auto angewiesen bin und es deswegen problemlos ausleihen kann. Selbst mein KFZ-Mechaniker macht sich teilweise über mein Auto lustig und sagte letztens zu meiner Schwester: „Ist wirklich ein Fahrerlebnis mit Marcos Auto, gell?“. Nur Papa hat da keine Berührungsängste, aber das ist jetzt wieder genau verkehrt herum. Wir versuchen nämlich alle zu vermeiden, dass Papa unsere Autos in die Finger bekommt, weil über kurz oder lang bekommt man es mit irgendwelchen Dellen zurück.

Lupo 3L TDI (Bleistiftzeichnung)

17. März 2018

12. März 2018

Also wenn du mit der Gitte Härter also known as Himbeerwerft befreundet bist, haste ja auch dauernd Arbeit am Bein. Entweder musste ihre Tweets kommentieren, wirst zum Zeichnen gezwungen oder fängst irgendwie an Sockenkrokodile zu basteln. Da wirds dir nicht langweilig! Vorletzte Woche hatse mir auf Twitter abermals was zugeworfen. Und schon biste wieder beschäftigt. Furchtbar! <3

Diesmal war die Challenge zum Glück nicht so aufwändig. Es galt sieben Tage am Stück ein Schwarzweißfoto zu posten, und zwar ohne Menschen und ohne Erklärungen. Here it is!

Gittes Bilder sind hier.

6. Mai 2018

9. März 2018

Ich habe gefühlt schon 100 verschiedene Ansätze ausprobiert, aber bislang immer noch nicht die richtige Lösung für mich gefunden. Es geht um den regelmäßigen Einkauf von Lebensmitteln und Sachen des alltäglichen Bedarf. Ich find nämlich, das ist immer so … so stressig.

Einkaufen am Samstag

Als ich noch auf dem Dorf gewohnt habe, war das immer ganz übel. Der nächstgelegene Supermarkt ist samstags nämlich extrem überlaufen. Hier im Stadtteil ist die Lage nicht so dramatisch, die Menge an Menschen unterscheidet sich kaum von den Werktagen. Trotzdem kann ich mich mit dem Einkauf am Samstagnachmittag nicht anfreunden. Auch wenn es nicht viel Zeit benötigt und mein Supermarkt quasi um die Ecke ist, irgendwie wird damit das Wochenende gebrochen.

Einkaufen nach der Arbeit

Das ist meine übliche Variante. Ich sitze oft noch nach 19 Uhr einsam in Besprechungsräumen und versuche den Tag aufzuarbeiten, weil ich tagsüber wegen fortlaufenden Meetings keine Zeit zum Arbeiten hatte. Wenn ich dann nach der Arbeit noch einkaufen muss, stehe ich innerlich wegen der Öffnungszeiten zeitlich unter Druck. Obwohl das theoretisch voll unnötig ist. Wir haben in der Stadt einige Supermärkte, die bis 22 oder 24 Uhr geöffnet haben. Das Problem sind auch die Taschen, die ich dabei schleppen muss. Handtasche, Notebooktasche, Einkaufstasche. Wenn man dann noch Waschmittel kaufen muss, #zusammenbrech.

Einkaufen vor der Arbeit

Eine Zeitlang war das meine präferierte Variante. Im Bauch hat sich das immer sehr gut angefühlt, wenn der Einkauf morgens schon erledigt war. Der Feierabend fühlt sich dann auch wie ein richtiger Feierabend an, man kann richtig aufatmen und in das Tagesende hineinfallen. Hier verhält es sich allerdings so, dass mich die morgens fortlaufend auflaufenden Mails unter Druck setzen. Der Berg wird immer größer und ich hole zeitgleich im Supermarkt die Nudeln aus dem Regal. Am Ende verfalle ich wieder in Stress und versuche, den Einkauf as soon as possible durchzuziehen, um baldmöglichst online zu sein.

Einkaufen untertags zwischendrin

Ich kombiniere diese Variante gerne mit einem halben Homeday und kaufe in der Mittagspause ein. Dummerweise kommen dann alle Nachteile der vorher genannten Varianten zum Tragen. Man muss viele Taschen schleppen. Es drückt die parallel auflaufende Arbeit. Und im Supermarkt ist richtig viel los, weil natürlich auch andere Leute ihre Mittagspause für Erledigungen nutzen.

(jammern auf hohem Niveau; ich muss nur ja für mich selbst einkaufen)

Illustration: Einkaufswagen

9. März 2018

6. März 2018

Durch verschiedene Verwicklungen ergab es sich, dass ich gerade meinen Aktivitätsstatus mit einer jungen Frau teile, die ich gar nicht kenne. Meine Apple Watch zeichnet beispielsweise auf, wie viele Schritte man läuft, die täglichen Stehstunden oder die Anzahl der gestiegenen Treppen. Aus diesen und weiteren Messdaten errechnet die Watch den Verbrauch von Aktivitätskalorien. Die Uhr gibt dabei natürlich auch Tagesziele aus und visualisiert diese in Form von drei Ringen, welche man durch Bewegung “schließen” muss. All das Zeug kann man nun mit anderen Apple Watch Besitzern teilen. Das heißt, man sieht dann genau, wie viel sich die Follower (im Vergleich zu sich selbst) bewegen. Auch wenn das in gewisser Hinsicht schon auch etwas bedenklich ist, für die Motivation ist das Teilen der eigenen Bewegung tatsächlich eine ganz coole Kiste. Jedenfalls, im ersten Moment habe ich mich noch gefragt, warum ich mir das antue, denn gegen eine 20 Jahre jüngere Frau kann ich ja nur verlieren. Tja, falsch gedacht!

Apple Watch Aktivität @ Wochenende

Leider habe ich mich da zu früh gefreut. Weil das Battle gewinne ich leider nur an Wochenenden (die Jugend weiß einfach noch, wie richtiges Wochenende geht). An Werktagen macht mich die junge Dame grundsätzlich platt.

Apple Watch Aktivität @ Werktagen

6. März 2018

13. Februar 2018

Weil meine Eltern gerade so ein vertragliches Problem mit der Telekom haben, habe ich letzten Sonntag zuhause angerufen und wollte mich nach dem aktuellen Stand der Auseinandersetzung erkundigen. Irgendwie habe nicht daran gedacht, dass zu der Zeit (es war abends) in der Gaststätte voll Betrieb ist und die eigentlich gar keine Zeit für Anrufe haben. Jedenfalls wurde das Telefon in der Küche abgehoben.

Marco: Ich bin’s. Ist Papa zu sprechen?
Personal: *ruft in die Küche* IST HERMANN DA?
*ein Moment vergeht*
Personal: Ja, ist zu sprechen. Dein Papa ist im Büro. Warte … ich lege das Gespräch ins Büro um. *ruft in die Küche* WIE KANN MAN DAS TELEFONGESPRÄCH VERBINDEN?
*ein Moment vergeht*
Personal: Marco? Kannst du einfach nochmal anrufen? Wir heben dann in der Küche einfach nicht ab.
Marco: Alles klar! Mach ich.

(hat funktioniert)

13. Februar 2018

11. Februar 2018

Neulich in der Straßenbahn stiegen irgendwann drei junge Frauen zu. Ich spielte gerade gelangweilt mit dem iPhone herum und widmete ihnen keine weitere Aufmerksamkeit. Dann hörte ich aber beiläufig den Satz “Ich hasse alle Menschen!”. Mit diesem unnachgiebigen Statement war mein Interesse geweckt und ich hörte der Sprecherin ein wenig zu. Es folgte der wohl zynischste Monolog, der mir je zu Ohren kam. Er war getragen von einer bitteren Ernsthaftigkeit und nüchternen Akzeptanz. Die Sprachfetzen überboten sich gegenseitig an Distopie als befänden sie sich in einem Wettbewerb der Trostlosigkeit. Alles wäre verloren, Liebe existiert nicht und die Kollegen auf der Arbeit sind alle Idioten. Die zwei anderen stimmten fortlaufend zu, die Rednerin schaute aus dem Fenster und schloss mit dem einleitenden Satz erneut ab, den sie aber noch mal extra betonte, “ich hasse alle Menschen!”

Wie man auch dazu stehen mag, ich kam nicht umhin, ihr Respekt zu zollen. Sauber Mädel, hab ich gedacht. Ich schätzte ihr Alter auf ungefähr Ende 20. Ich bin ja selbst auch ein bisschen ein Melancholiker, aber gegen diese drei Frauen kam ich mir beinah vor wie ein Clown. Ich bekam noch mit, dass die Mädels nicht ortskundig waren und an der Haltestelle Kunsthalle aussteigen wollten. Die Linie fuhr die Haltestelle Kunsthalle jedoch gar nicht an, was ich aber für mich behielt. Als die Straßenbahn die zur Kunsthalle nächstgelegene Haltestelle erreichte, gab ich meinen Reisebegleiterinnen ebenso keinen Hinweis. Die drei Frauen blieben sitzen und die Straßenbahn entfernte sich immer weiter von ihrem Ziel. Das war natürlich etwas gemein von mir, aber mir wäre es beinah wie ein Verbrechen vorgekommen, dieses Hohelied der Misanthropie durch Freundlichkeit zu stören.

11. Februar 2018

28. Januar 2018

Einer der besten Sachen, die mir 2017 widerfahren sind, ist dass ich den Sushi für mich entdeckt hab!

Ich komm ja vom Dorf und aus einem landwirtschaftlichen Umfeld. Und was der Bauer nicht kennt… jedenfalls, die europäische und internationale Küche habe ich erst so richtig als Heranwachsender mit Führerschein kennengelernt. Zuhause war meistens Oma für das Kochen zuständig und es gab eigentlich immer Kartoffeln mit Irgendwas. Sushi kannte ich nur aus dem Fernsehen. Von Natur aus ist es auch so, dass ich unbekannten Dingen eher skeptisch gegenüber stehe. Deswegen habe ich Sushi die meiste Zeit auch gut Ding sein lassen.

Später im Rahmen meiner Berufsausbildung haben mich dann mal ein paar Azubis in so ein Sushi-Rondel-Imbiss-Dingsbums-Lokal mitgenommen und dort hatte ich meine erste Begegnung. Und diese Begegnung hat mir gar nicht gefallen. Schon allein die Sache mit den Stäbchen! Is halt schon umständlich. Geschmacklich ging es auch nicht richtig an mich. Ich konnte also die allgemeine Sushi-Begeisterung nicht richtig nachvollziehen und auf viele Jahre hinaus war das auch mein letzter Besuch in einem Sushi-Restaurant.

Eines meiner Projektteams auf der Arbeit geht in der Mittagspause leider total gerne Sushi essen. Da muss ich mich immer ausklinken. Mit meinen Geschwistern verhält es sich ähnlich. Wenn wir zusammen einkaufen sind, landen wir immer wieder in einem Sushi-Lokal. Da sitze ich dann meistens nur betrübt dabei (und träume von einer Pizza).

Illustration: 3 Sushis

Nun probiere ich seit einiger Zeit mit einer Freundin regelmäßig neue Restaurants aus. Und irgendwann hat sie dann auch ein Sushi-Restaurant vorgeschlagen. Irgendwie muss ich da nicht richtig hingehört haben, weil komischerweise habe ich zugesagt. Ja, was soll ich sagen, ich glaub, ich habe das ganze 2017 nicht so gut gegessen. Und damit wurde der Zugang geöffnet. Und seitdem bin ich ein bisschen Sushi-süchtig geworden (hab ja auch ein paar Jahre nachzuholen). Dafür verantwortlich ist übrigens das Staytion in Mannheim.

28. Januar 2018

23. Januar 2018

Vor ungefähr 10 Jahren gab es bei uns in der Familie ein sehr schönes Ritual. Die Gaststätte meiner Eltern hatte damals schon montags und dienstags geschlossen (Ruhetag). Deswegen habe ich meine Eltern immer dienstags abends nach der Arbeit besucht. Und weil ich das gemacht habe, hat das mein Bruder auch gemacht. Und weil ich und mein Bruder das gemacht haben, hat das meine Schwester auch gemacht. Und so entstand mehr oder weniger aus dem Zufall heraus jeden Dienstag ein regelmäßiger Familienabend.

Jede Woche bestellten wir uns Pizza, aßen gemeinsam im Wohnzimmer und brachten uns gegenseitig auf den aktuellen Stand. Nach dem Essen schauten wir dann zusammen Dr. House um 21:00 Uhr auf RTL. House war eine recht erfolgreiche Krankenhausserie über einen verschrobenen Arzt. Mit den heutigen Serien kaum noch vergleichbar. Die Serie war nach klassischer Machart, alle Folgen hatten die gleiche Struktur und die übergeordnete Geschichte entwickelte sich äußerst langsam. House sorgte indirekt dafür, dass unsere wöchentliche Convention so lange Bestand hatte, weil man irgendwann natürlich keine Folge verpassen wollte. Die Serie bildete zeitgleich Höhepunkt und Schlussakkord des Abends. Danach gingen wir wieder alle unser Wege.

Doctor House Logo

Nach ein paar Jahren hat sich das Ritual leider wieder ausgebürgert. Eigentlich schade! Ich erinnere mich gerne daran. Aber immerhin haben wir seit Kurzem einen monatlichen Sushi-Dienstag in der Verhandlung.

23. Januar 2018