17. Mai 2018

Dieses Blog läuft, wie die meisten anderen Blogs auch, auf WordPress. Ich bin ein großer Freund von WordPress und mag besonders dessen Erweiterungsmöglichkeiten. Mit Hilfe von Plugins kann man sich klickidiklack genau das Blog zusammenbauen, das man braucht. Kleine Änderungen lassen sich sogar oft schon mit einem simplen Codeschnipsel realisieren. Im Netz kursieren unzählige kleine Codeschnipsel für WordPress. Diese sogenannten Snippets ergänzt man gewöhnlicher Weise in der Datei functions.php. Strenggenommen ist dieser Mechanismus aber suboptimal, weil man Funktion und Design immer trennen sollte. Die Datei functions.php gehört nämlich zum Theme (Design des Blogs). Und wenn man nun das Theme wechselt, sind alle diese Änderungen erstmal weg und man muss sie händisch in das neue Theme einarbeiten. Deswegen empfiehlt es sich, für eigenen Code ein sogenanntes Custom Plugin zu erstellen. Ein Custom Plugin ist ein individuelles Plugin für das eigene Blog, welches letztlich nur einen Rahmen für die eigenen Modifikationen bildet.

Für unmus habe ich auch ein eigenes Custom Plugin erstellt. In diesem Plugin befindet sich beispielsweise der Code für den Wartungsmodus dieses Blogs. Mit den Jahren kommt da auch einiges zusammen. Mittlerweile besteht das Custom Plugin von unmus aus über 1200 Zeilen Code. Vor ein paar Monaten habe ich das Plugin auch auf GitHub veröffentlicht. Nicht, dass das jetzt für irgendjemanden von Interesse wäre. Eigentlich will ich auch gar nicht, dass sich irgendwelche Leute mit meinem Code beschäftigen (viel zu peinlich). Aber ich bin leider auch ein Freund des offenen Internets, freien Daten und OpenSource. Und obwohl ich meinem Blog diesbezüglich zwar keine Relevanz zusprechen würde, sollen diese Ideale nicht nur für andere gelten, sondern auch für mich selbst.

unmus Custom Plugin @ GitHub

17. Mai 2018

13. Mai 2018

„Fang mich doch!“Joker zu Batman, Detective Comics #476

13. Mai 2018

9. Mai 2018

Das Staytion in Mannheim ist bekanntlich mein Lieblings-Sushi-Restaurant. Das einzige, was mich am Staytion nervt, ist dass die Küche schon um 22:00 Uhr zumacht. Das verträgt sich nicht richtig mit meinem Lebensstil. Ich verabrede mich oft erst nach 21 Uhr oder gehe nach einem Abend im Theater gerne um Mitternacht noch irgendwo etwas gemütlich essen, um den Tag feierlich ausklingen zu lassen. Leute aus Berlin, Köln oder ähnlichen Städten werden hier wahrscheinlich das Problem nicht verstehen, aber in Normaldeutschland ist das gar nicht so einfach. Zum Glück gibt es aber in Mannheim eine schöne, kleine Auswahl an Nachtrestaurants.

City Döner

Der City Döner am Willi-Brandt-Platz am Mannheimer Hauptbahnhof gehört eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Locations. Ich war dort bislang nur einmal, damit ich sagen kann, dass ich mal dort war. Der Imbiss besticht weder durch Ambiente noch durch Gemütlichkeit und ich mag es dort eigentlich auch überhaupt nicht. Trotzdem ist die Location in Mannheim gewissermaßen Kult und sei deswegen der Vollständigkeit halber erwähnt. Wenn man beim City Döner nichts mehr essen kann, dann kann man wirklich nirgendwo mehr etwas essen.

Öffnungszeiten
Freitag und Samstag 24h
Bis 04:00 oder 05:00 Uhr an allen anderen Tagen

Frenks

Man findet das Frenks ganz in der Nähe des Wasserturms im Quadrat Q7, 18. Das Restaurant bietet italienische Küche in klassischem Ambiente. Das Frenks hat sogar eine Eistheke, sodass man sich dort auch mitten in der Nacht noch ein Eis zum Mitnehmen holen kann, was natürlich ganz ganz toll ist.

Öffnungszeiten
10:00 bis 05:00 Uhr an allen Tagen

Akropolis 1955

Freunde der griechischen Küche werden beim Akropolis 1955 im Quadrat K4, 11 fündig. Das Restaurant existiert seit über 60 Jahren und wird mittlerweile in dritter Generation von der Familie Chatzinikolaou geführt. Im Akropolis gibt es nicht allzu viele Tische und das macht es besonders gemütlich. Und die gegrillten Minipitas sind wirklich ein Traum.

Öffnungszeiten
Freitags und Samstags von 18:00 bis 02:00 Uhr
Alle anderen Tagen von 18:00 bis 01:00 Uhr

Spaghetti Oper im Neuen Geheimrat

Auch die Spaghetti Oper im Neuen Geheimrat im Quadrat K2, 31 ist seit über 30 Jahren fester Bestandteil der Nachtszene in Mannheim. Auf der Speisekarte gibt es (wie der Name schon sagt) ausschließlich Spaghetti. Die Spaghetti Oper war mein erstes Nachtschwärmerlokal. Als ich noch auf dem Land gewohnt habe, sind meine damalige Freundin und ich nach dem Tanzkurs in der Kleinstadt manchmal noch nach Mannheim in die Spaghetti Oper zum Essen gefahren.

Öffnungszeiten
18:00 bis 05:00 freitags und samstags
18:00 bis 01:00 an allen anderen Tagen

Andalucia

Das Andalucia im Quadrat U6, 8 ist ein spanisches Restaurant. Auf der Speisekarte findet man Tapas sowie Tellergerichte. An allen Tagen wird man im Andalucia mit angenehmer, spanischer Live-Musik verwöhnt. Einmal in die Woche wird auch Flamenco getanzt. Das ist zwar sehr schön, aber auch so laut, dass man sich kaum noch unterhalten kann. Jedenfalls habe ich im Andalucia schon gefühlt unendlich viele Nächte verbracht.

Öffnungszeiten
17:00 bis 04:30 an allen Tage außer Sonntag
17:00 bis 03:00 am Sonntag

9. Mai 2018

1. Mai 2018

Telefonieren ist bei mir ja auch immer eher so:

  • Hab grad was im Mund > Telefon klingelt, drücke es weg
  • Bin auf Toilette > Telefon klingelt, drücke es weg
  • Sitze in der Straßenbahn > Telefon klingelt, drücke es weg
  • Bin im Gespräch > Telefon klingelt, drücke es weg
  • Bin im Meeting > Telefon klingelt, drücke es weg
  • Hab grad keine Lust zu sprechen > Telefon klingelt, drücke es weg
  • Bin in einen Vorgang vertieft > Telefon klingelt, drücke es weg
  • Bin im Supermarkt einkaufen > Telefon klingelt, drücke es weg
  • Denke gerade über etwas nach > Telefon klingelt, drücke es weg
  • Bin auf dem Weg von A nach B > Telefon klingelt, drücke es weg
  • Bin am Kochen > Telefon klingelt, drücke es weg
  • Bin schlecht gelaunt > Telefon klingelt, drücke es weg
  • Putze mir die Zähne > Telefon klingelt, drücke es weg
1. Mai 2018

29. April 2018

Bei den sozialen Netzwerken kann man nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Ich selbst bin eigentlich nur auf Twitter und Instagram unterwegs. Aber natürlich schaue ich mir ab und an auch mal andere Netzwerke an. Letztens habe ich die App Jodel ausprobiert und ich muss sagen, Jodel hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Auf Jodel kann man ähnlich wie bei Twitter kurze Texte oder Bilder posten. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass alle Posts quasi anonym veröffentlicht werden. Es gibt keine Namen und keine Profile. Das wirft natürlich auch gleich die Frage auf, wie sich die Timeline aufbaut? Denn wenn die Nutzer keine Namen haben, gibt es natürlich auch niemanden, dem man folgen kann. Letztendlich besteht bei Jodel die Timeline aus allen Beiträgen der näheren Umgebung.

Beispiel eines Jodels

Dieses Prinzip führt zu interessanten Implikationen. In der Timeline wird nämlich unweigerlich die gesamte Gesellschaft abgebildet und es entstehen keine Filterblasen. Man hört Stimmen, die man nie hören würde, weil man normalerweise keinen Zugang zu allen Gruppierungen hat. Bei Jodel sind alle Stimmen gleich. Keine Stimme hat mehr Gewicht als die andere. Merkmale der Orientierung wie Identität, Bekanntheit oder Anzahl der Follower entfallen komplett. Die Anonymität wirkt natürlich auch inhaltlich in die Beiträge hinein und dadurch entstehen sehr authentische Posts. Und zuletzt ist der lokale Aspekt gerade bei Fragen oder örtlichen Ereignissen äußerst hilfreich.

Schade ist nur, dass Jodel im Moment vorwiegend von Studenten genutzt wird, und damit diese Potentiale nur sehr eingeschränkt wirksam werden. Aber vielleicht wird das ja noch! Von Twitter habe ich mir übrigens immer eine lokale Timeline gewünscht (aber leider nie bekommen).

Jodel Logo

29. April 2018

24. April 2018

„Ich bin nicht Batman, weil‘s mir gefällt Batman zu sein.
Ich bin Batman, weil ich Batman bin.“Batman zu Gotham Girl, Batman #12 Rebirth

24. April 2018

22. April 2018

Seit ungefähr drei Jahren trage ich nun eine Apple Watch. Im Kern ist die Apple Watch als Fitness- und Gesundheitsgerät konzipiert. Mich persönlich haben diese Features aber eigentlich nie sonderlich interessiert.

Um die Aktivität des Trägers zu fördern, bedient sich die Uhr dem Konzept des Gamification. Neben einmaligen Herausforderungen gibt die Uhr tägliche und monatliche Bewegungsziele aus. Und dann gibt es in unregelmäßigen Abständen auch noch Sonderachievements wie beispielsweise am Weltfrauentag. Eine Hausforderung kann beispielsweise darin bestehen, einen ganzen Monat lang jeden Tag eine bestimmte Anzahl von Kalorien zu verbrauchen. Wenn man eine solche Herausforderungen bewältigt, erhält man als Belohnung auch eine hübsche Medaille.

Apple Watch Sondererfolge

Quasi ungewollt und so nebenbei habe ich über die letzten drei Jahre immer mal wieder eine Medaille erhalten, sodass mir Ende letzten Jahres nur noch wenige Achievements gefehlt haben. Und diese fehlenden Erfolge haben mich dann doch irgendwie etwas gewurmt. Deswegen bin ich die Sache dieses Jahr mal angegangen und habe mir die fehlenden Erfolge „geholt“. In meinen Alltag ließ sich die dafür nötige Bewegungsaktivität überraschend gut integrieren. Konkret musste ich dazu meistens nur ein paar Haltestellen früher aus der Straßenbahn steigen oder zwischendrin mal einen längeren Spaziergang machen. Ein schöner Nebeneffekt war, dass ich dadurch meine Stadt auf eine ganz neue Art und Weise kennengelernt habe. Und schon nach kurzer Zeit hatte ich dann endlich alle Medaillen. Damit wollte ich diese Spielerei auch wieder gut sein lassen. Aber dann ist mir aufgefallen, dass mir in letzter Zeit die Hose immer so rutscht …

Sprechblase: Und welchen Sport machst du so?

22. April 2018

21. April 2018

Bei meinen ersten iPhones hat es mich immer sehr geärgert, wenn Apple ein neues Betriebssystem veröffentlichte, aber manche Features nur der neusten iPhone-Generation vorbehalten waren. Ich fand das schon immer eine ganz billige Verkaufsmasche. Technisch wäre das meist überhaupt kein Problem gewesen, diese Features auch auf älteren iPhones bereitzustellen. Mit der Zeit hat sich meine Meinung an dieser Stelle jedoch komplett gedreht und ich finde, Apple sollte viel früher damit aufhören, neue Features auf alten Geräten auszuliefern. Das Problem ist einfach, dass die iPhones schleichend langsamer werden. Der Funktionsumfang wächst und wächst, aber die Hardware kann nicht ebenso mitwachsen und muss mit den gleichen Ressourcen immer mehr bewältigen. Jedenfalls, ich hab lieber weniger Features, dafür aber ein flüssiges iPhone.

Vor ein paar Monaten wurde nun publik, dass Apple zusätzlich die iPhones künstlich verlangsamt, sofern der Akku in die Jahre gekommen ist. Dieser Sachverhalt hat sich richtig zum Skandal aufgebauscht. Im Freundeskreis haben sich viele Leute extrem aufgeregt. Auch die Medien gingen mit Apple hart ins Gericht. Und in der USA wurde natürlich auch eine große Sammelklage initiiert.

Illustration: Akku mit schwacher Ladung

Apple hat die künstliche Leistungsdrossel offiziell damit begründet, bei Leistungsspitzen ein unkontrolliertes Abschalten der Geräte vermeiden zu wollen. Um die Wogen zu glätten, setzte der Hersteller ein Sonderprogramm für den Akkutausch auf. Im Rahmen der Aktion kostet der Akkutausch nur 29 Euro. Obwohl ich das Phänomen auf meinem iPhone SE nicht feststellen konnte, habe ich die Gelegenheit genutzt und ebenfalls meinen Akku getauscht. Ich wollte damit sicherstellen, dass ich beim späteren Wiederverkauf des Geräts kein schlechtes Gewissen habe, wegen dem eventuell dann schwachen Akku. Das größte Problem beim Akkutausch liegt übrigens darin, einen iPhone-Ersatz für die Reparaturzeit zu finden, weil man das iPhone natürlich abgeben muss und die Wartezeit teilweise mehrwöchig ist. Ich habe mir deswegen übergangsweise ein älteres iPhone von meiner Schwester geliehen.

Und wie das halt immer so ist, prompt hat sich das Ersatz-iPhone tatsächlich mehrmals unkontrolliert ausgeschaltet. In diesen Fällen hatte der Akku oft noch 30% und ich wollte meistens ein Bild machen. Und ich kann euch sagen, wenn sich das iPhone einfach so abschaltet, das macht überhaupt keinen Spaß. Seit iOS 11.3 kann man nun die Leistungsdrossel in den Einstellungen deaktivieren. Ich empfehle dagegen: Finger weg! Die Bremse macht wirklich Sinn!

21. April 2018

1. April 2018

Als ich vor drei Tagen den Beitrag über die Funktionsweise von Schrittzählern schrieb, hatte ich folgenden Gedanken: Eigentlich würde mich die Anzahl meiner täglich gesprochenen Worte viel mehr interessieren.

Wie viele Worte spreche ich an einem normalen Tag? Wie viele Worte spreche ich durchschnittlich in einem Meeting? Wie viele Worte spreche morgens, wie viele abends? Wie viele Worte spreche ich mit diesen und jenen Freunden? Wie ist das Verhältnis zwischen meinen Worten und den Worten meines Gesprächspartners? Wie groß ist mein Sprachschatz? Und welche Worte benutze ich am meisten? Ich fände diese Information wahnsinnig interessant. Das wäre doch mal eine super Idee für eine App! Ein Wortzähler! Und eine iPhone App wollte ich auch schon immer mal programmieren.

Symbolische Illustration: Worte zählen

Damit ein Wortzähler funktioniert, muss er natürliche Sprache verstehen sowie den Sprecher erkennen. Was ist ein Wort, wo hört ein Wort auf und wo fängt das nächste Wort an? Die nötigen technischen Voraussetzungen sind eigentlich vorhanden und die Qualität der Spracherkennung von digitalen Assistenten wie Alexa und Siri hat inzwischen einen gewissen Reifegrad erreicht. Amazon und Apple gewähren Drittentwicklern mittlerweile auch Zugriff auf ihre Dienste, so dass man Spracherkennung und Transkription nicht mehr selbst programmieren muss. Das bedeutet, als Programmierer kann man diese Basistechnologien nutzen und sich voll auf die Umsetzung des Sprachbefehls konzentrieren.

Ich wärme mich an der Idee und fühle mich ein bisschen schwanger. Ich öffne Google und recherchiere bestimmte Details, um grob die technische Machbarkeit zu prüfen. Auf der iOS Plattform gibt es die Speach Recognition API, welche man zur Spracherkennung und Transkription nutzen kann. Dazu schickt man einen Tonschnipsel an einen zentralen Server und der Server liefert das fertige Transkript zurück. Hört sich gut an! Das bedeutet, ich selbst muss mich dann eigentlich nur noch um den Zähl-Algorithmus kümmern. In Gedanken habe ich schon die halbe App programmiert.

Als ich mich in die Details einlese, wird mir bewusst, dass es keine Möglichkeit gibt, ein gesprochenes Wort schon vorher lokal auf dem Endgerät zu erkennen. Die Übermittlung des aufgenommenen Audio an den zentralen Server zur Transkription ist obligatorisch. Das heißt, um die eigenen Worte vollständig zu zählen, müsste das iPhone rund um die Uhr seine Umgebung abhören und alles (!) in die Cloud schicken. Also DAS wäre schon arg spooky. Ich spinne den Gedanken weiter. Strenggenommen müsste man auch jedem Gesprächspartner erstmal eine Datenschutzerklärung zur Unterschrift vorlegen. Und wenn das Mikrofon fortlaufend Audio aufnimmt, und die Daten permanent ins Internet überträgt, dann wäre der Akku des Smartphones sicherlich nach einem halben Tag schon leer.

Google zu. Menno! Worte zählen hat sich im ersten Moment so einfach angehört. Ich verwerfe die Idee wieder. Aber trotzdem interessant, welche Implikationen es mit sich bringt, wenn man manche Dinge zu Ende denkt.

1. April 2018

29. März 2018

Schrittzähler sind allgemein mittlerweile richtig beliebt geworden. Es gibt sie als Gerät für die Hosentasche, als Fitnessarmband, als Smartwatch und als App für das Smartphone. Ich selbst nutze die Apple Watch zum Schritte zählen. Julia zweifelt ja stark an, ob Schrittzähler überhaupt richtig funktionieren (weil sie immer so wenig Schritte hat). Ich dagegen hab letztens im HomeOffice voll locker 12.000 Schritte gemacht. Da kann ja wohl was nicht stimmen!!!

Also ohne das jetzt genau zu wissen oder recherchiert zu haben, aber das Problem, das ein Schrittzähler zu lösen hat, ist die Frage, was ist ein Schritt? Und wie lässt sich dieser Schritt fehlerfrei messen? Wenn ich darüber nachdenke, dann lassen sich Schritte einwandfrei vermutlich nur optisch erfassen, in man die laufende Person beobachtet und dabei die Schritte zählt. Aber weil wir noch keine fliegenden Assistenzdrohnen am Start haben, fällt diese Möglichkeit weg.

Illustration: Fliegende Drohne als Schrittzähler

Die nächstbeste Messmethode, die mir einfallen würde, wären wohl Bewegungssensoren am Bein. Dabei bräuchte aber jedes Bein einen eigenen Sensor. Ein Schritt würde sich durch die Bewegung an sich und die zeitgleiche Relation zum jeweils anderen Sensor relativ gut messen lassen. Damit beim Rumzappeln unter dem Schreibtisch aber keine Schritte gezählt werden, müsste man die Bewegungssensoren wahrscheinlich noch mit einem GPS-Empfänger kombinieren und die zurückgelegte Strecke miteinbeziehen.

Idealerweise werden die meisten Schrittzähler jedoch am Handgelenk getragen. Es werden also die Bewegungsmuster des Handgelenks gemessen (und nicht die der Beine). Und weil wir nicht mit den Armen laufen (sondern mit den Beinen), kann ein Schrittzähler unmöglich die echten Schritte zählen. Stattdessen errechnet ein Schrittzähler die Anzahl der Schritte wohl mit Hilfe eines Algorithmus. Die Apple Watch kann beispielsweise auf die Daten vom Bewegungssensor, die zurückgelegte Strecke (vom GPS-Empfänger) sowie die Körpergröße des Trägers zurückgreifen. Und aus diesen Daten wird dann schätzungsweise die Anzahl der Schritte abgeleitet und berechnet.

Wenn man jetzt aber noch bedenkt, dass die GPS-Genauigkeit in der Regel bei +/- 15 Metern liegt, unsere Schrittgröße nicht immer die Gleiche ist, die Proportionen der Beine bei jedem Menschen unterschiedlich sind und so ein Schrittzähler letztlich auch nur ein Computer ist (mein Computer hier auf dem Schreibtisch, der bleibt schon ab und an mal hängen), dann ergibt sich ein riesiges Potential für Unschärfe. Manchmal werden Schritte gezählt, die keine waren. Manchmal werden keine Schritte gezählt, obwohl man welche gemacht hat. Die offizielle Dokumentation von Apple gibt folgenden Ratschlag, wenn die Apple Watch die Schritte nicht richtig zählt: „Schlenkern Sie beim Gehen mehr mit den Armen!“

Insofern denke ich, die Anzahl der Schritte, die ein Schrittzähler gezählt hat, ist nicht mehr als eine Indikation oder Annäherung. Aber ich find das nicht allzu dramatisch. Eine Annäherung ist besser als gar nichts. Und im Großen und Ganzen deckt sich die Messung meistens mit meiner gefühlten Bewegung am Tag. Als ich da letztens 12.000 Schritte im HomeOffice gemacht habe, war das eine absolute Ausnahme. Ich hatte von morgens bis abends fast durchgängig telefoniert und bin dabei quasi den ganzen Tag wie eine Maus in der Wohnung hin und hergelaufen.

(hoffentlich hab ich jetzt kein Stuss erzählt)

29. März 2018