Zimtwolke

  • 7. Januar 2026

    Ich bin pünktlich am Bahnhof. Mein Zug soll um 13:56 an Gleis 1 abfahren. Zugleich verspätet sich der vorherige Zug am Gleis um 5 Minuten und soll um 13:55 abfahren. Oh je, das kann ja nicht funktionieren, denke ich. 1 Minute für Abfahrt, Einfahrt, Ausstieg, Einstieg und wieder Abfahrt. Am Zielort habe ich leider nur 5 Minuten Umsteigezeit für die Anschlussverbindung mit dem Bus. Ach, das klappt, beschließe ich. Weil ich mir nicht die Laune verderben und das Unheil im Voraus heraufbeschwören möchte. Kurz danach ertönt die Durchsage, dass der vorherige Zug jetzt leider 20 Minuten Verspätung hat. Grund: Reparatur am Zug. (Sorry, liebe Betroffene, so wollte ich das jetzt nicht unbedingt, war nicht ganz durchdacht). Aber die Liefergeschwindigkeit des Universums ist manchmal wirklich atemberaubend.

    Der Gott der Schiene gibt, der Gott der Schiene nimmt. Mein Zug fuhr zwar pünktlich ein, aber nicht pünktlich ab. Grund: Wir müssen noch auf einen Kollegen warten. Den Bus habe ich natürlich nicht mehr bekommen.

  • 23. Dezember 2025

    Ich hatte dieses Jahr viel Ärger mit meinem Auto. Mein Auto ist schon älter und entsprechend pflegebedürftig. Jedenfalls wurde die Beleuchtung der Armaturen über die Monate hinweg immer schwächer. So ähnlich wie bei einer Lichterkette am Weihnachtsbaum, wenn sich die Ladung der Batterien langsam dem Ende neigt. Teilweise konnte ich in der Nacht kaum noch die Geschwindigkeit auf dem Tacho ablesen. Zuerst habe ich gedacht, das liegt an meinen Augen. Die sind nämlich auch schon älter und nicht mehr die Besten.

    Als ich dann wegen einer anderen Sache in der Werkstatt war, habe ich meinen KFZ-Mechaniker gebeten, er solle bei Gelegenheit auch die Beleuchtung prüfen. Da stimme irgendwas nicht. Ich hatte wegen dieser Sache auch schon eine große Rechnung befürchtet. Oft ist Technik so doof verbaut, dass kleine Mängel schwierig zu beheben und zu aufwändigen Reparaturen führen. Ich stelle mir immer alles sehr kompliziert vor.

    Die große Rechnung ist zum Glück ausgeblieben. Im Gegenzug wurde es jedoch peinlich. Die Beleuchtung war nämlich komplett in Ordnung. Mein Auto hat nämlich einen Dimmer, um die Beleuchtung zu regulieren (was ich nicht wusste). Wenn man den Regler auf maximal stellt, dann leuchtet alles hell und wunderbar. Vermutlich bin ich wohl beim Putzen des Innenraums über den Regler gekommen und habe damit unwissentlich die Lichtstärke herunter gedimmt. /o\ Zu meiner Entschuldigung muss ich aber sagen, es ist schon fast 20 Jahre her, wo ich die Bedienungsanleitung des Auto gelesen habe.

    Armaturenbrett mit Rundinstrumenten und Lüftungsschlitzen im Auto-Innenraum.

  • 5. Juni 2025

    Letzten Sonntag habe ich meine Eltern besucht. Für die Anreise nehme ich meistens den Zug in die nächstgelegene Stadt und fahre das letzte Stück zum Dorf mit dem Fahrrad. Die Wettervorhersage zeigte an diesem Tag morgens aber drei Regenphasen an. Einmal mittags, einmal nachmittags und einmal abends. Eigentlich macht mir das nichts aus, aber ich hatte diesmal keine Lust das Fahrrad einzusauen und hinterher zu reinigen. Die Rad- und Wirtschaftswege zwischen den Dörfern sind mitunter schon etwas schmutzig. Also bin ich ausnahmsweise mit dem Auto gefahren. Am Ende war dann über den ganzen Tag schönes Wetter und abends hat es exakt 2 Minuten geregnet. Super! Dafür habe ich auf der Rückfahrt zuhause in meiner Hood über 30 Minuten nach einem Parkplatz suchen dürfen. Da nimmt man einmal das Auto und wird dann gleich dafür bestraft. Andererseits, der liebe Gott macht es hier eigentlich schon richtig. Das Auto ist selten eine gute Wahl.

  • 2. Juni 2025

    Vor ein paar Wochen erhielt ich von der zentralen IT-Abteilung folgende eMail:
    Ihr PC muss ausgetauscht werden.

    In meinen ersten Berufsjahren war ein Austausch des Computers eine große Sache. Darauf hatte man sich monatelang gefreut und konnte den Tag kaum erwarten. Diese Zeiten sind aber schon lange vorbei und neue Computer sind zur Routine geworden. Jedenfalls kam mir das ungelegen. Ich hatte gerade viel zu tun und nicht die Zeit, mich mit dem Austausch zu beschäftigen, mir die neuen Modelle anzuschauen und Gedanken darüber zu machen, welches Modell ich wählen soll. Zwar kommt mein aktuelles Notebook derzeit schon öfter an seine Grenzen, aber das störte mich nicht sonderlich. Also habe ich das Mail erstmal wegsortiert.

    Nach einer Woche kam eine Erinnerung, dass ich bitte den Austausch initiieren soll. Dazu sollte man sich in einem Portal anmelden und ein neues Modell bestellen. Ich begann im Intranet zu recherchieren, ob ich den Austausch verschieben kann. In den FAQs stand, der Austausch wäre obligatorisch, er wäre aus Sicherheitsgründen verpflichtend. So ein Quatsch, hab ich gedacht und auch diese Mail wegsortiert.

    Wieder eine Woche später, der nächste Reminder. Die zweite Erinnerung enthielt den Hinweis, dass man jetzt meine Vorgesetzte informiert. ALTER!!!! Solche „Drohungen“ bewirken bei mir in der Regel das Gegenteil und provozieren Widerstand. Ich bin da superrebellisch in der Tradition meiner Jugend. Aber an jenem Tag hatte ich tatsächlich etwas Zeit. Also hab ich mir ein neues Modell geklickt und als Lieferort meine Privatadresse angegeben.

    Vor ein paar Tagen wurde nun das neue Notebook geliefert. Beinah hätte ich dem Zusteller nicht aufgemacht, weil ich doch gar nichts bestellt hatte (den PC-Austausch hatte ich längst vergessen). Seitdem liegt das Paket ungeöffnet in der Ecke und jetzt bin ich ganz gespannt, wann ich gemahnt werde, dass ich das neue Notebook endlich in Betrieb nehmen soll.

  • 22. Mai 2025

    Die Stadt ist tagsüber schon sehr laut. Ständig wird irgendwo gebaut, Sirenen sind zu hören und allein der Verkehr. Der Motorenlärm an den großen Straßen ist schon arg. Ohne Noise Cancelling braucht man einen Podcast hier gar nicht erst einzuschalten. Lange habe ich gedacht, dieses Problem würde sich langfristig mit den E-Autos erledigen und ich würde das mit etwas Glück bestimmt auch noch erleben. Ich habe mir ausgemalt wie schön das wohl sein mag, die nahezu geräuschfreie Stadt. Aber daraus wird leider nichts.

    Im Jahr 2014 hat die Europäische Union die Verordnung 540 verabschiedet. Die Verordnung 540 regelt den Geräuschpegel von Kraftfahrzeugen und wurde 2019 wirksam. Seitdem müssen E-Autos aus Sicherheitsgründen bei einer Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h einen künstlichen Ton zwischen 56 und 75 Dezibel von sich geben. Das nennt sich Acoustic Vehicle Alerting System. Damit sollen Fußgänger und Radfahrer geschützt werden, weil man die neuen E-Autos bei niedrigen Geschwindigkeiten nicht hört.

    Unpopular Opinion: Ich finde das war ein Fehler! Damit ist eine großartige Chance verloren gegangen. Man kann nicht abstreiten, dass es problematisch ist, ein herankommendes Auto nicht zu hören, und dass es sicherlich auch zu Vorfällen kommen würde. Andererseits, bis zu 20 km/h ist eigentlich nur beim Anfahren relevant. Ich bin der Meinung, dass wir diese mögliche Gefährdung als Gesellschaft hätten aushalten müssen. Mittelfristig wäre uns mit Sicherheit eine bessere Antwort eingefallen, als Autos lauter zu machen als sie eigentlich sein müssten.

    Nun stelle ich mir manchmal vor, wie es sich vielleicht irgendwann anhören wird, wenn eine Auto-Kolonne an der grünen Ampel losfährt. Und vor meinem inneren Ohr manifestiert sich ein Schwarm von Bienen.

  • 17. Mai 2025

    Ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit und das ist ganz wunderbar; ich freue mich daran jeden Tag. Aber einen Nachteil hat die Sache schon. Jahrelang bin ich zuvor mit der Straßenbahn zur Arbeit gefahren. Im Vergleich zum Fahrrad hat die Anreise zwar viel länger gedauert, aber ich konnte die Zeit nutzen und schon Mails lesen und beantworten. Ich konnte vorab schauen, welche ToDos mich am Arbeitsplatz erwarten, mir gedanklich meinen Arbeitstag zurecht legen und mich innerlich darauf vorbereiten. Mit dem Fahrrad fällt das alles weg. Mein Arbeitstag startet direkt bei Ankunft und meistens mit einem Meeting. Innerlich stehe ich dann unter Druck, weil ich noch nicht die Übersicht habe. Es warten ungelesene Mails und ich müßte vielleicht schon auf dieses und jenes reagieren. Ich hänge den Dingen also hinterher. Das bereitet mir schon Schwierigkeiten. Okay, das ist ja leicht zu lösen, könnte man jetzt sagen, und einfach eine halbe Stunde früher aufbrechen. Aber so einfach ist das jetzt auch wieder nicht.

  • 7. Mai 2025

    Es ist noch nicht lange her, dass ich immer drei Ladegeräte mitgeschleift habe, wenn ich auswärts schlief. Eins für das Smartphone, eins für die Smartwatch und eins für das Notebook oder Tablet. Jedenfalls kam ich erst kürzlich auf die Idee, mir ein Ladegerät mit mehreren Anschlüssen zuzulegen. Zu meiner Entschuldigung will ich aber anbringen, es ist ja nicht unbedingt so, dass man zwischendrin immer mal wieder guckt, was sich auf dem Markt der Ladegeräte so alles getan hat. Das nur nebenbei, eigentlich will ich etwas anderes erzählen.

    Zu Ostern hatte ich geplant, ein paar Tage bei meinen Eltern zu verbringen. Als ich dann an Karfreitag zuhause am Packen war, fand ich das Ladegerät nicht, was seltsam war, weil ich generell sehr ordentlich und sortiert bin und bei mir alle Dinge ihren Platz haben, und nach Verwendung derer sofort dahin zurückgeräumt werden, was dazu führt, dass ich keine Lebenszeit damit verplempern muss, um Dinge zu suchen. Und deswegen war es äußerst komisch, dass das Ladegerät nicht dort war, wo es eigentlich sein müßte (in der Ladegerät- und Ladekabel-Kiste). Ich musste die Suche aber irgendwann abbrechen, weil ich zum Bahnhof musste.

    Das beschäftigte mich richtig. Im Zug überlegte ich fieberhaft, wie das sein kann. Hab ich es ausgeliehen und den Leihvorgang vergessen? Ist es mir unterwegs irgendwo rausgerutscht? Wo könnte ich es hingelegt haben? Egal, mit etwas Glück wird es sich bestimmt zufällig bald wieder finden. Aber ich bin ehrlich gesagt auch ein Freund von „erledigt“ und Dinge aus dem Kopf. Deswegen habe ich noch im Zug mit dem Smartphone ein neues Netzteil bestellt (gleich zwei, falls das noch mal vorkommt).

    3 Stunden später, ich räume gerade meine Sachen in die Ferienwohnung bei meinen Eltern, und da begrüßt mich das vermisste Ladegerät, noch eingesteckt in die Steckdose von meinem letzten Besuch.

  • 25. April 2025

    Kürzlich, ich war spätabends auf dem Nachhauseweg mit der Straßenbahn. Ungefähr 100 Meter vor meiner Haltestelle hielt die Straßenbahn an. Das ist nicht unüblich. Manchmal steht ein Müllauto im Weg und muss erst zur Seite fahren, manchmal gibt es einen Rückstau vor der nächsten Haltestelle oder es ist einfach nur ein Straßenbahnsignal rot. Normalerweise dauert eine solche Fahrtunterbrechung nur einen kleinen Moment. Aber nicht in diesem Fall.

    Nach 2 Minuten kam die Durchsage, es ginge nicht weiter, die Fahrbahn wäre versperrt. Toll! Das will man haben, mitten in der Nacht. Nach 5 Minuten öffneten sich die Türen und wir konnten aussteigen. Ich lief natürlich nach vorne, um zu schauen, was das Problem war. Ein Auto war am Straßenrand schlecht geparkt und die Straßenbahn kam deswegen nicht vorbei. Das Auto hatte ein auswärtiges Nummernschild. In solchen Fällen bin ich teilweise nachsichtig, weil es in den meisten Städten keine Straßenbahnen gibt, und die von dort kommenden Autofahrer nicht dafür sensibilisiert sind. Aber in diesem Fall nicht. Das Auto stand nämlich auch im Parkverbot außerhalb der markierten Parkbuchten.

    In solchen Situationen wird üblicherweise die Polizei eingeschaltet, die kurzfristig versucht, den Halter zu ermitteln, damit er das Auto wegfahren kann. Und wenn das nicht gelingt, wird abgeschleppt. Diese Maßnahme war hier glücklicherweise nicht erforderlich, der Autofahrer erschien nach ein paar weiteren Minuten. Trotzdem war der Straßenbahnfahrer sichtlich genervt.

    Straßenbahnfahrer: „Das gibt eine Anzeige!“
    Autofahrer: „Dann kann ich ja auch stehen bleiben.“

    Dann kann ich ja auch stehen bleiben? Alter!!! Da steht eine ganze Straßenbahn auf der Straße und die kann wegen deinem Auto nicht weiterfahren. Was stimmt mit dir nicht?

    Es kam zum Streitgespräch. Aus der Gegenrichtung kam eine weitere Straßenbahn und hielt ebenfalls an. Der Führer stieg aus und versuchte zu vermitteln.

    Widerwillig hatte der Autofahrer schließlich Einsehen und fuhr sein Auto weg. Er parkte dann 100 Meter weiter, wieder im Parkverbot außerhalb der Parkbuchten und versperrte zusätzlich die Hälfte eines Fussgängerüberwegs. Beim Vorbeigehen hatte ich nicht wenig Lust, gleich die nächste Anzeige zu melden.

  • 17. April 2025

    Es war höchste Eisenbahn, mal wieder ein Batmobil aus Lego zu bauen. Und das hat total viel Spass gemacht! Jetzt wird’s nur so langsam ein bißchen komisch, wenn ich Besuch empfange und in meiner Wohnung überall Batmobile rumstehen.

    Das Batmobil aus The Batman von 2022 mit Robert Pattinson ist übrigens mein zweitliebstes Batmobil. Ich find’s einfach so rough und richtig furchteinflößend! Die Inszenierung im Film ist wirklich beeindruckend. Vielleicht sollte ich mal ein Ranking aller Batmobile machen? Quasi so wie es die YouTuber da drüben immer tun.

    The Batman Batmobil
    Artikelnummer: 42127
    Empfohlenes Alter: Ab 10 Jahre
    Anzahl Teile: 1360
    Maße: 11 cm hoch, 45 cm lang, 17 cm breit
    Reihe: Batman
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