The Dark Side of WordPress

Manchmal habe ich das Gefühl, das ganze Internet besteht nur noch aus WordPress. Manchmal kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal auf einer Internetseite war, die nicht mit WordPress betrieben wurde. Manchmal denke ich, die Sache mit WordPress ist mittlerweile irgendwie zu groß. Angeblich basieren fast 20 % aller Internetseiten auf WordPress. Wenn man ausschließlich auf die Content-Management-Systeme schaut, bewegt sich der Marktanteil sogar bei 60 %. Und als Plattform für Applikationen (Laufzeitumgebung) fängt WordPress gerade erst so langsam an. Selbst Matt Mullenweg (der Erfinder von WordPress) spricht schon vom Betriebssystem des Internets. Das ist natürlich etwas hoch gegriffen und trotzdem ist auch etwas Wahres dran. Da wird in den nächsten Jahren noch einiges auf uns zukommen. Ich finde das schon etwas gruselig.

Ein Kritikversuch

Ursprünglich wollte ich nach dieser Einleitung nun darüber schreiben, dass auch WordPress seine Defizite und Schwachstellen hat. Aber das ist gar nicht so einfach. Es gibt einfach zu wenige davon. Über fehlende Funktionalität braucht man gar nicht erst zu diskutieren. Der Kern von WordPress ist sehr schlank und das ist gut so. Und alle Funktionen, die man darüber hinaus benötigt, kann man ganz individuell mit einem Plugin nachrüsten. Caching, Workflow Prozesse oder SEO Erweiterungen, am Ende steht eine WordPress Installation mit allen Funktionen, die man braucht.

Immerhin steht WordPress aber stark unter Verdacht, für große Webseiten nicht geeignet zu sein. Aber je mehr man sich mit dieser Frage beschäftigt, umso weniger nachvollziehbare Hinweise findet man für diese These. Letztendlich schlägt sich WordPress sogar überaus gut im sachdienlichen Vergleich mit anderen Content-Management-Systemen. Der Verdacht resultiert wahrscheinlich hauptsächlich daraus, dass WordPress ursprünglich als kleines Programm zum Bloggen konzipiert war. Aber das war vor über 10 Jahren. Seitdem hat das Programm eine sensationelle Entwicklung hinter sich.

Es fällt jedoch auf, dass viele professionelle Entwickler WordPress nicht so mögen. WordPress basiert nämlich weitgehend auf prozeduralem Code, moderne objekt-orientierte Elemente sind selten. Auch Test und Debugging sind schwierig, das liegt am starken Einsatz von globalen Variablen. Und die Plugins haben einen geradezu katastrophalen Ruf. Der Code dieser Plugins entspricht nicht den gängigen Qualitätsstandards und ist oft einfach nur hundsmiserabel. Zuletzt schießt WordPress noch solche Böcke, dass es Hyperlinks absolut und nicht relativ in der Datenbank abspeichert. Dem Laien sagt das natürlich alles nichts, aber dem Fachmann stehen hier die Haare zu Berge. All das zusammen führt in Kombination mit der hohen Update-Geschwindigkeit zu einem sehr schwierigen technischen Betrieb von WordPress Installationen.

Alternative Plattformen

Es ist ja nicht so, dass es keine Alternativen gäbe. Es gibt nämlich sehr viele gute Alternativen, aber sie finden irgendwie keine ausreichende Resonanz. Da wäre beispielsweise Ghost, die kleine, moderne und wunderschöne Plattform zum Bloggen. Ghost wurde von John O’Nolan erfunden, der zuvor bei WordPress für das User Interface zuständig war. Die Zielstellung lag darin, wieder zurück zu einer reinen Blog-Software zu gehen. Denn WordPress ist mittlerweile schon zu etwas anderem geworden. Ghost ist wohl auch die spannendste Alternative zu WordPress.

Viele andere vergleichbare Projekte sind in den letzten Jahren leider irgendwie eingeschlafen oder kämpfen um das Überleben. Habiri sieht aber immer noch sehr vielversprechend aus. Serendipity hat nach langer Zeit der Ruhe ein neues Release in der Beta Version veröffentlicht. Es gibt auch immer wieder neue interessante Projekte wie Koken, Craft, Anchor oder Kirby. Sie besitzen alle ihre Alleinstellungsmerkmale, haben es aber neben dem Platzhirsch WordPress einfach schwer. Eine Community ist der Erfolgsfaktor überhaupt, aber eine Community ist schwer zu kriegen. Und wenn sie einmal da ist, muss das nicht heißen, dass sie bleibt. Joomla hatte noch vor ein paar Jahren eine riesige Entwicklergemeinschaft. Mittlerweile ist schwierig geworden, kompetente Hilfe zu finden, wenn man vor technischen Problemen steht. Letztendlich gibt es natürlich auch noch die „alten“ klassischen Systeme wie Drupal, Typo3 oder Contao, die aber alle in den letzten Jahren ziemlich Federn lassen mussten. Zusätzlich existieren noch die Cloud-basierten Systeme wie Blogger, Tumblr oder WordPress.com, aber diese sollen hier nicht betrachtet werden.

Das Google Problem

Die Situation erinnert ein bisschen an Google. Es gab tatsächlich mal eine Zeit vor Google. In den Anfangstagen des Internets wurde der Suchmaschinenmarkt von Namen wie Lycos, AltaVista und Yahoo beherrscht. Damals waren auch noch redaktionell betreute Webkataloge wie Web.de weitverbreitet. Und irgendwann kam halt Google. Google war aus zwei Gründen erfolgreich. Erstens war die Startseite damals schon so schlicht wie heute. Dazu muss man wissen, die Suchportale waren zu jener Zeit riesige Portale mit unendlich vielen Informationen auf der Startseite, der pure Augenkrebs. Der zweite Grund war die Suchqualität, die war bei Google richtig gut. Und so ist über die Jahre ein Monopol entstanden.

In Wirklichkeit ist es gar kein Monopol. Denn ein Monopol ist ohne Alternativen. Wir haben aber sehr viele Alternativen. Wir haben Bing, wir haben izik, wir haben Qwant, wir haben DuckDuckGo, wir haben ixquick. Schon einmal die Namen gehört? So oder so, letztendlich nutzen wir immer nur Google. Aber wenn es kein Monopol ist, was ist es dann? Tatsächlich ist es sogar das Gegenteil, ein Polypol. Viele Nachfrager, viele Anbieter. Nur mit dem Problem, dass fast alle Nachfrager nur einen Anbieter nutzen. Dadurch hat Google eine enorme Macht und diese Macht ist das wesentliche Problem. Nach dem deutschen Kartell- und Wettbewerbsrecht gilt ein Unternehmen als marktbeherrschend, wenn es einen Marktanteil von 40 % besitzt. Google hat in Deutschland einen Marktanteil von 90 %.

Warum haben wir das gemacht? Warum haben wir einem Unternehmen so viel Macht gegeben? Warum haben wir das zugelassen? Und wie ist das überhaupt passiert? Google wurde nicht vom Staat subventioniert. Der Markt war offen und nicht staatlich reglementiert oder geschützt. Und auch wir selbst wurden von keiner Seite gezwungen, ausschließlich Google zu benutzen. Markt, Unternehmen und Verbraucher, alle waren frei. Es war genauso wie es sein sollte. Und trotzdem wuchs Google zum einem der mächtigsten Unternehmen der Welt. Das kann man nicht mit ein oder zwei Ursachen erklären, aber ein ganz wesentlicher Grund ist der Sachverhalt, Google hat es über viele Jahre geschafft, das beste Suchergebnis zu präsentieren.

Jetzt kann man einwenden, ist doch alles gut. Der Erfolg ist gerechtfertigt und war auch fair erwirtschaftet. Außerdem haben wir ja noch Alternativen (die aber keiner nutzt). Mag sein, aber ich wage zu behaupten, wir leiden schon lange unter den negativen Auswirkungen dieser Dominanz. Dabei geht es nicht um die vielen unendlichen Daten in Googles Besitz. Dabei geht es nicht um die Manipulation von Suchergebnissen. Dabei geht es nicht um die damit verbundene Verantwortung. Es geht darum, dass die Suchergebnisse schon lange nicht mehr besser geworden sind. Im Gegenteil, sie sind richtig schlecht. Suchbegriff eingeben, erster Platz: Wikipedia, zweiter Platz: Amazon, dritter Platz: Facebook/Twitter, vierter und restliche Plätze: sonstige Shops und Zeitungen. Es geht darum, dass Innovationen bei der Suchtechnik eine Seltenheit geworden sind und alternative Konzepte fehlen. Ich kann mich nicht mehr an die letzte wesentliche Neuerung beim Suchen erinnern. Die Ergebnisliste basiert hauptsächlich auf der Anzahl der Verlinkungen, alternative Konzepte sind nicht verfügbar. Es geht darum, dass Suchmaschinenoptimierung eigentlich nur Google-Optimierung ist. Wir bauen Webseiten für Google. Wir schreiben Inhalte für Google. Und vergessen den eigentlichen Kunden. SEO wäre viel besser und schöner, wenn es ein SEO für alle Suchmaschinen wäre. Diese Konsequenzen ergeben sich allein aus dem Marktanteil. Auch Google selbst könnte diese Folgen nicht verhindern.

Don’t be evil. Google möchte nicht böse sein. Google selbst aber kann machen, was es will. In dieser Größe und mit dieser Macht ist jedes Objekt irgendwie gefährlich. Langsam und stetig steuert auch WordPress auf diese kritische Masse von Dominanz zu.

Die dunklen Seiten

WordPress ist sogar heute schon gefährlich. Die Ursache liegt wie bei Google nicht an WordPress selbst, sondern allein an dessen Verbreitung. Aus der hohen Anzahl der Installationen ergibt sich ein beliebtes Ziel für Hacker. Warum das so ist? Generell werden Angriffe auf Webseiten mit Programmen durchgeführt, welche genau für diesen Zweck programmiert wurden. Das bedeutet, in der Programmlogik steht: Mach dies, mach das, danach noch jenes. Wenn ein Programm erstmal auf die Welt losgelassen wurde, dann kann man in die Programmlogik nicht mehr eingreifen. Das Programm muss also selbst in der freien Welt überleben. Solche Programme sind immer auf das Angriffsziel maßgeschneidert. Es ist eine einfache Rechnung. Je höher die Zahl der Angriffsziele (also WordPress Installationen), desto lohnenswerter der Aufwand. Je stärker sich WordPress künftig noch verbreitet, desto stärker wird es angegriffen. Das gleiche Problem hatten wir auch schon mal mit Windows.

Der Pinguin ist frei (Linux). Der Pinguin gehört nur sich selbst. Mit dem Pinguin kann man machen, was man will. Bei WordPress sieht das aber anders aus. Der Name WordPress ist tatsächlich ein eingetragenes Warenzeichen. Das Warenzeichen befindet sich im Eigentum der WordPress Foundation. Die WordPress Foundation wiederum ist eine Stiftung, die vom WordPress Erfinder Mark Mullenweg gegründet wurde. Aktueller Director, natürlich er selbst. Offizieller Stiftungszweck ist der Schutz der Marke und Idee von WordPress. Im Moment ist alles gut. Obwohl es in der Community die letzten Jahre schon mal Aufregung um die Konferenzen von WordPress gab. Die sind nämlich nur unter gewissen Auflagen erlaubt. Die Rechte an den Konferenzen liegen natürlich auch in der Stiftung. Dennoch, ich halte Mark Mullenweg für vertrauenswürdig. Sein Herz ist an der richtigen Stelle. Aber die Welt verändert sich. Alte Menschen gehen, neue Menschen kommen. Morgen könnte die Situation eine andere sein. Und auch Ideen werden morgen anders gedacht als heute.

Und dann ist da noch die Sache mit den Innovationen. Im Moment hat WordPress einen wirklich guten Lauf und überrascht immer wieder mit neuer Funktionalität, die es in diesem Kontext bisher so noch nicht gab. Aber das wird nicht ewig anhalten, weil der Maßstab fehlt. Es fehlt die Reibung mit einem Gleichgesinnten. Es fehlt der Kampf von unterschiedlichen Konzepten und Ansätzen, die jeweils überzeugt von sich sind, das bessere zu sein. Auch das ist uns wohl bekannt. Als der Netscape Navigator dem Internet Explorer nach langem Wettstreit unterlag, waren wir auf viele Jahre hinaus dem Internet Explorer ausgeliefert. Und der Internet Explorer wurde immer langsamer, fehleranfälliger und unsicherer. Vom eigentlichen Level, neue Features, waren wir weit entfernt. Die Situation hat sich erst gebessert als plötzlich neue Konkurrenten auftauchten. Firefox, Chrome und Safari. Und auf einmal gab es auch wieder Innovationen im Internet Explorer.

Blöde Abhängigkeit

Um aus der Nummer wieder rauszukommen, bleibt uns nichts anderes als auszusteigen. Das klingt eigentlich einfach, ist es aber nicht. Die Suchmaschine zu wechseln, kein Thema. Ist ja eigentlich nur eine andere URL. Aber das eigene Blog in einem anderen System aufzusetzen, puh, das ist nicht ganz so einfach. Neue Systeme sind zwar schnell installiert, trotzdem kostet es Zeit. Man muss sich einfinden. Man muss das System lernen und verstehen. Man muss ausprobieren und tüfteln. Es kostet also ganz schön viel Zeit, die uns zum Leben fehlt. Zur Not ist das aber noch akzeptabel. Jetzt wäre da nur noch die Frage, wie bringe ich meine Daten (all die Texte, all die Bilder, all die Kommentare) aus dem alten WordPress in das neue Blogsystem hinein. Fachleute wissen, eine Datenmigration über fremde Systeme hinweg, das hat es richtig in sich. Und dieser Sachverhalt beschreibt sehr schön die eigene Abhängigkeit, welche man bisher noch gar nicht bewusst wahrgenommen hat.

Dann lassen wir das lieber. Aber das nächste Projekt, das machen wir nicht mit WordPress, versprochen! Wenn das Projekt aber da ist, bemerken wir, welche Energie im WordPress Ökosystem steckt, die uns künftig fehlt. Die brachiale Vielfalt der Plugins, die unbeschreibliche Community, die unendliche Wissensdatenbank im Internet. Und unsere Lizenzen für WordPress-Themes und -Plugins, die wir uns beschafft haben. All diese Ressourcen könnten wir nicht mehr nutzen. Wenn man so darüber nachdenkt, ach nee, lass mal. Wir bleiben doch bei WordPress.

Die Zukunft von WordPress

Ich bin sehr gespannt, wie es mit WordPress weitergeht. Ob sich das System wirklich als Plattform für Applikationen durchsetzen kann? Kommt die Cloud vielleicht irgendwann in das eigene Blog zurück? Wann sind die Grenzen des Wachstums erreicht? Im Moment nervt mich etwas die technische Eintönigkeit in der Blogosphäre und im Internet allgemein. Ich bin mir sicher, WordPress wird sich auch noch eine ganze Weile positiv entwickeln. Es gibt im Moment nichts Vergleichbares. Es gibt nichts Stärkeres. Es gibt nichts Einfacheres. Aber die Zeiten ändern sich. Irgendwann kommt ein Punkt, an dem sich alles langsam dreht.

Über den Autor
Marco Hitschler wohnt in Mannheim und schreibt auf diesem Blog beliebige Texte in das Internet hinein. Sein Handwerk ist die Informatik und beruflich arbeitet er im Projektmanagement. Wenn man einmal mit dem Bloggen angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. Furchtbar! Infolgedessen wird auf diesem Blog ganz kunterbunt in verschiedenen Formaten publiziert.
9 Kommentare
  1. marco
    Heike 12. Juni 2014

    Du machst mir Angst – weil du so verdammt Recht hast!

  2. marco
    marco 14. Juni 2014

    Hat sie jetzt vor mir Angst oder vor The Dark Side of WordPress?
    Bin mir nicht ganz sicher.

  3. marco
    Heike 15. Juni 2014

    Ich mir auch nicht …

  4. marco
    Stefan 16. Juni 2014

    GHOST sieht klasse aus, aber was mich daran am meisten stört ist dessen Auslagerung der Kommentarfunktion zu irgendeinem Dienst. Wäre das nicht der Fall, hätte ich GHOST schon seit langem im aktiven Einsatz…

  5. marco
    marco 16. Juni 2014

    Gell, Ghost ist wirklich total hübsch. Die Sache mit den Kommentaren verstehe ich auch nicht so richtig. Diese Funktion wird aktuell nicht nativ unterstützt. Scheinbar ist das auch nicht für die Zukunft geplant. Ghost hat für die Kommentare den Dienst Disqus integriert. Aber ich glaube, das größere Problem ist node.js. Bin mir nicht sicher, ob das überhaupt von den regulären Webhosting-Paketen hierzulande angeboten wird.

  6. marco
    Violine 18. Juli 2014

    Oh ja, dieses WP allüberall und damit auch Standard.

    Ich selbst blogge auf dem Altertümchen (im Vergleich) von twoday.net und das ist – zumindest in der Gratis-Version – total spartanisch im Vergleich zu WP. Letztens hat sich ein Bloggerkollege bei mir über fehlende Features beklagt, wenn er mein Blog besucht. Weil er einfach WP gewohnt ist und WP so verbreitet ist, dass es praktisch Standard ist.

    Ich hoffe, in nicht allzu ferner Zukunft gibt es wieder mehr Vielfalt. So viel WP, das finde ich auch gefährlich.

  7. marco
    neontrauma 25. Juli 2014

    Interessanter Artikel!

    Dass die Code-Qualität etlicher Plugins fragwürdig ist, liegt aber nicht an WordPress. Sondern schlicht daran, dass es eben ein Open Source-Projekt ist, für das jeder entwickeln kann. Bei der Masse an Plugins, die es gibt, wäre eine QA vor dem Freischalten vermutlich einfach nicht zu bewältigen. Hmm…

    Immerhin steht WordPress aber stark unter Verdacht, für große Webseiten nicht geeignet zu sein.

    So sehr ich WordPress mag – für einige Projekte gibt es tatsächlich geeignetere Lösungen. Charmant finde ich zum Beispiel den Ansatz bei TYPO3, dass die einzelnen Seiteninhalte als Blöcken (für Absätze, Bilder usw.) bestehen, die sich auf beliebig vielen Unterseiten einziehen lassen. Wobei der Rest von TYPO3 in Sachen Usability einfach nicht mithalten kann. Und das ist eine von vielen Stärken bei WordPress.

  8. marco
    Melissa 26. Juli 2014

    WordPress, Google, Deutsche Bahn, Telekom, facebook… die Vormachts- oder gar Monopolstellung einiger Firmen ist in der Tat beängstigend und birgt hohe Gefahren. Die Frage, warum wir das zulassen, wird wohl nie ganz geklärt sein. Ich schätze da steckt auch ein Stück Bequemlichkeit hinter: wenn etwas funktioniert, dann nutze ich es doch und nehme den Rest dann eben in Kauf. Dass ich dann mal keine Ausweichmöglichkeit mehr haben könnte, wenn es dann nicht mehr funktioniert und dass eine hohe Abhängigkeit entsteht… darüber denkt man lieber nicht zu genau nach. Vielleicht ist das typisch Mensch: ein System bis zum äußersten auszunutzen und auszureizen bis es zusammenfällt und vom nächsten ersetzt wird.

  9. marco
    marco 26. Juli 2014

    Eigentlich wäre das ja auch Quark, nur deswegen auf ein anderes Produkt auszuweichen, welches die eigenen Bedürfnisse weniger gut erfüllt, nur weil man den Marktführer nicht unterstützen möchte. Hinzu kommt noch, dass wir oft den Massen folgen. Schließlich muss es ja auch einen Grund dafür geben, dass so viele Menschen einer Sache vertrauen. Am Ende verbleibt aber die Frage, wie man diesem Sachverhalt begegnet, weil daraus neue Probleme erwachsen. Für mich ist das ein richtiger Systemfehler.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.