Maria

Maria macht mir jeden Morgen einen Kaffee.

Wenn meine Straßenbahn am Hauptbahnhof ankommt, steige ich aus und springe kurz in den Hauptbahnhof rein, um mir einen Latte Macchiato to Go zu holen. Springen ist gut, meistens bin ich ganz schön verschlafen und langsam unterwegs, obwohl es meistens schon sehr spät ist.

Theoretisch ist das unsinnig, weil ich Kaffee auch auf der Arbeit bekomme und der Restweg nur noch ein paar Minuten beträgt. Aber irgendwie hat sich dieses Ritual in der Vergangenheit irgendwann mal eingebürgert. Warum, das weiß ich nicht mehr.

Im Coffee Shop ist immer total interessantes Publikum. Ich schaue mir gerne unauffällig die Leute an, während ich in der Schlange warte. Außerdem ist da Maria. Maria strahlt immer und lacht, jeden Morgen. Lässt sich auch von meiner oft schlechten Laune nicht beeindrucken.

Wir wechseln meist nur ein paar Worte. Sie achtet immer darauf, dass, wenn andere Mitarbeiter mich bedienen, sie mir einen Rabatt einräumen, weil ich selbst den Rabatt nie einfordere. Wenn sie etwas belastet oder sie unter Stress geht, was nicht oft vorkommt, ist das richtig augenfällig. Unausgesprochen wünsche ich ihr dann immer alles Gute in Gedanken.

Jetzt hat Maria erst einmal drei Wochen Urlaub. Sie macht eine Reise und war heute schon voller Vorfreude. Ich freu mich mit, auch wenn mir dafür die nächsten Wochen jemand anderes den Kaffee machen wird.

Über den Blogger
Marco Hitschler wohnt in Mannheim und schreibt auf diesem Blog beliebige Texte in das Internet hinein. Sein Handwerk ist die Informatik und beruflich arbeitet er im Projektmanagement. Wenn man einmal mit dem Bloggen angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. Furchtbar! Infolgedessen wird auf diesem Blog ganz kunterbunt in verschiedenen Formaten publiziert.
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