Wie funktioniert eigentlich ein Schrittzähler?

Schrittzähler sind allgemein mittlerweile richtig beliebt geworden. Es gibt sie als Gerät für die Hosentasche, als Fitnessarmband, als Smartwatch und als App für das Smartphone. Ich selbst nutze die Apple Watch zum Schritte zählen. Julia zweifelt ja stark an, ob Schrittzähler überhaupt richtig funktionieren (weil sie immer so wenig Schritte hat). Ich dagegen hab letztens im HomeOffice voll locker 12.000 Schritte gemacht. Da kann ja wohl was nicht stimmen!!!

Also ohne das jetzt genau zu wissen oder recherchiert zu haben, aber das Problem, das ein Schrittzähler zu lösen hat, ist die Frage, was ist ein Schritt? Und wie lässt sich dieser Schritt fehlerfrei messen? Wenn ich darüber nachdenke, dann lassen sich Schritte einwandfrei vermutlich nur optisch erfassen, in man die laufende Person beobachtet und dabei die Schritte zählt. Aber weil wir noch keine fliegenden Assistenzdrohnen am Start haben, fällt diese Möglichkeit weg.

Illustration: Fliegende Drohne als Schrittzähler

Die nächstbeste Messmethode, die mir einfallen würde, wären wohl Bewegungssensoren am Bein. Dabei bräuchte aber jedes Bein einen eigenen Sensor. Ein Schritt würde sich durch die Bewegung an sich und die zeitgleiche Relation zum jeweils anderen Sensor relativ gut messen lassen. Damit beim Rumzappeln unter dem Schreibtisch aber keine Schritte gezählt werden, müsste man die Bewegungssensoren wahrscheinlich noch mit einem GPS-Empfänger kombinieren und die zurückgelegte Strecke miteinbeziehen.

Idealerweise werden die meisten Schrittzähler jedoch am Handgelenk getragen. Es werden also die Bewegungsmuster des Handgelenks gemessen (und nicht die der Beine). Und weil wir nicht mit den Armen laufen (sondern mit den Beinen), kann ein Schrittzähler unmöglich die echten Schritte zählen. Stattdessen errechnet ein Schrittzähler die Anzahl der Schritte wohl mit Hilfe eines Algorithmus. Die Apple Watch kann beispielsweise auf die Daten vom Bewegungssensor, die zurückgelegte Strecke (vom GPS-Empfänger) sowie die Körpergröße des Trägers zurückgreifen. Und aus diesen Daten wird dann schätzungsweise die Anzahl der Schritte abgeleitet und berechnet.

Wenn man jetzt aber noch bedenkt, dass die GPS-Genauigkeit in der Regel bei +/- 15 Metern liegt, unsere Schrittgröße nicht immer die Gleiche ist, die Proportionen der Beine bei jedem Menschen unterschiedlich sind und so ein Schrittzähler letztlich auch nur ein Computer ist (mein Computer hier auf dem Schreibtisch, der bleibt schon ab und an mal hängen), dann ergibt sich ein riesiges Potential für Unschärfe. Manchmal werden Schritte gezählt, die keine waren. Manchmal werden keine Schritte gezählt, obwohl man welche gemacht hat. Die offizielle Dokumentation von Apple gibt folgenden Ratschlag, wenn die Apple Watch die Schritte nicht richtig zählt: „Schlenkern Sie beim Gehen mehr mit den Armen!“

Insofern denke ich, die Anzahl der Schritte, die ein Schrittzähler gezählt hat, ist nicht mehr als eine Indikation oder Annäherung. Aber ich find das nicht allzu dramatisch. Eine Annäherung ist besser als gar nichts. Und im Großen und Ganzen deckt sich die Messung meistens mit meiner gefühlten Bewegung am Tag. Als ich da letztens 12.000 Schritte im HomeOffice gemacht habe, war das eine absolute Ausnahme. Ich hatte von morgens bis abends fast durchgängig telefoniert und bin dabei quasi den ganzen Tag wie eine Maus in der Wohnung hin und hergelaufen.

(hoffentlich hab ich jetzt kein Stuss erzählt)

Über den Blogger
Marco Hitschler wohnt in Mannheim und schreibt auf diesem Blog beliebige Texte in das Internet hinein. Sein Handwerk ist die Informatik und beruflich arbeitet er im Projektmanagement. Wenn man einmal mit dem Bloggen angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. Furchtbar! Infolgedessen wird auf diesem Blog ganz kunterbunt in verschiedenen Formaten publiziert.
2 Kommentare
  1. marco
    Stefan 31. März 2018

    Als ich was auf diese Schrittzähler im Smartphone gegeben habe, da war ich teilweise auch sehr verwundert über dessen Ergebnisse bei gleicher Strecke an unterschiedlichen Tagen.

    Ich kenne gleichwohl noch die richtigen Schrittzähler am Fuß oder Bein, was allerdings auch unschön zu tragen war. Das wäre mal eine feine Sache, so ein altes Prinzip in neue modische Form zu verpacken. ;-)

  2. marco
    marco 31. März 2018

    Der Schrittzähler im Smartphone ist meines Erachtens der ungenaueste Zähler. Das Smartphone ist viel zu weit weg vom Körper. Und Sensoren am Bein wollte ich jetzt auch nicht unbedingt tragen.

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