Sneakers

Ich trage gerne Schuhe. Also so richtiges Schuhwerk. In schlapprigen Hausschuhen fühle ich mich gar nicht wohl. Und strümpfig schon dreimal nicht. Zuhause hab ich meistens Sneakers an. Sneakers sind cool. Richtige Schuhe und trotzdem bequem. Weil ich so ein Mamakind bin und deswegen häufig meine Eltern besuche, hab ich dort fest ein paar Sneakers stehen. Die liegen im Büro zwischen den Akten. Wenn ich bei meinen Eltern ankomme, lege ich nämlich meistens erstmal meine Handtasche im Büro ab. Und deswegen ist das ein guter Ort, um die Sneakers zu platzieren, kann ich also gleich reinschlüpfen.

So neumodischer Etebetete-Firlefanz wie Hausschuhe gibt’s bei meinen Eltern nicht. Das ginge auch gar nicht, sonst wären meine Eltern den ganzen Tag damit beschäftigt, die Schuhe zu wechseln. Weil man halt den ganzen Tag rein und raus muss. Wir leben auf einem kleinen Hof und da macht man schon täglich seine Kilometer. Da biste abends ganz schön platt. Außerhalb im ernsten Leben trage ich so klassisches, schwarzes Lederschuhwerk. Dieses Schuhwerk ist toll, aber zum Chillen ist einfach das nix.

Meine Schwester und ich haben selten Fetz. In den meisten Dingen denken wir gleich. Außer bei Schuhen. Da wurde sie leider von ihrem Freund assimiliert. Jedenfalls sind in der Wohnung meiner Schwester keine Straßenschuhe erlaubt. Deswegen hat sie für Besucher einen ganzen Berg von Pantoffeln vorrätig. Für mich macht sie da leider auch keine Ausnahme! Voll ätzend!

Bevor ich meine Schwester besuche, mache ich meistens noch einen kurzen Abstecher bei meinen Eltern. Vor ein paar Wochen habe ich einfach meine dortigen Sneakers zu meiner Schwester mitgenommen (diese „Haus-Sneakers“ sind nämlich erlaubt). Hab mich dann gleich viel wohler gefühlt, bin auch länger dort geblieben. Weil meine Schwester aus anderen Gründen noch öfter als ich bei meinen Eltern ist, habe ich gedacht, den Rücktransport, das kann ja sie dann übernehmen. Der Ansatz war richtig cool. So cool, dass sich dieser Kreislauf irgendwie eingebürgert hat. Ich nehme meine Eltern-Sneaker mit zu meiner Schwester und meine Schwester bringt diese nebenbei wieder zurück.

Eigentlich mache ich nicht gerne Umstände. Umstände sind blöd. Ich wundere mich oft über andere Menschen, wie gut die Umstände machen können und sich überhaupt nichts dabei denken. Ich bin im Leben immer bestrebt, keine Umstände zu machen. Letztens frag ich so beiläufig meine Schwester, dir macht das doch nichts aus, die Schuhe mitzunehmen, oder? „Marco, das ist voll nervig!“ Menno! Immer wenn ich denke, jetzt hab ich die Lösung.

Über den Blogger
Marco Hitschler wohnt in Mannheim und schreibt auf diesem Blog beliebige Texte in das Internet hinein. Sein Handwerk ist die Informatik und beruflich arbeitet er im Projektmanagement. Wenn man einmal mit dem Bloggen angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. Furchtbar! Infolgedessen wird auf diesem Blog ganz kunterbunt in verschiedenen Formaten publiziert.
2 Kommentare
  1. marco
    Heike 3. April 2016

    Der Trend geht ja zu Zweit-Sneakern…

  2. marco
    marco 3. April 2016

    Ich bin schon bei den Sechst-Sneakers … (über alle Haushalte hinweg)

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