Ideen

Also ich mag Ideen ja eigentlich nicht so. Weil die immer so viel Arbeit machen. Hätte ich beispielsweise vorher gewusst, wie kompliziert und aufwändig ein Podcast ist, hätte ich mit Zirkusliebe niemals angefangen. Merkt man leider meistens erst hinterher. Aber einfach aufhören ist halt auch keine Option, weil das Ergebnis sogleich ein Teil von dir geworden ist.

Wenn so eine Idee erstmal da ist, fordert sie unmittelbar ihren Raum ein. Man muss alles stehen liegen lassen. Weil man von Kopf bis Fuß infiziert ist und die Schwingung ausnutzen sollte, solange die Idee noch frisch ist und aus sich selbst heraus Energie bezieht, die einen positiv antreibt. Man kann die Idee auch nicht wegschieben, die Idee denkt sich immer wieder selbst.

Und die Pläne haben das doch gar nicht vorgesehen. Also muss man alle Termine absagen und wieder neu planen, damit die Idee ihren Raum findet. Und wenn man sich gerade erst (mit viel Müh) einen freien Raum geschaffen hat und die Müßigkeit in Reichweite verweilte, so ist dieser freie Raum nun verschwunden. Aber nicht dass sich jetzt die Idee mit diesem Raum begnügen würde. Auf eine Idee folgt die nächste Idee, welche auf die erste Idee aufsetzt, die Idee wird also immer größer und schöner und verlangt nach noch mehr Raum. Und dann haste wieder Stress an allen Ecken und Enden, weil das Leben halt aus mehr als nur Ideen besteht.

Die Idee alleine, das wäre ja eigentlich nicht so dramatisch. Die macht ja nichts und tut auch nicht weh. Die Umsetzung ist das eigentliche Problem. Weil man heutzutage auch so viele Möglichkeiten hat und seine Ideen tatsächlich auch umzusetzen kann. Dem sind quasi keine Grenzen gesetzt. Früher ging das nicht so leicht von der Hand und damit waren die Ideen irgendwie erledigt. Zwar kann man Ideen ebenso verwerfen, aber durch liebevolle Umsetzung können auch durchwachsene Ideen zu wunderbaren Projekten heranreifen.

Es ist ja nicht so, dass man alle Schaltjahre mal eine Idee hat. Ich hab ständig Ideen, nur halt nicht an den richtigen Stellen. Mir kommt zum Beispiel nie eine Idee, wie ich von heut auf morgen reich werden könnte. Ich hab immer nur Ideen, wie ich meine eh schon nicht vorhandene Freizeit noch weiter verknappen können. Und dann stehste da mit einer Reihe von Projekten an der Backe, die ihre Existenz einfordern und fortlaufend der Hinwendung bedürfen. Nee, lass mal, ich will keine Ideen mehr!

Meine letzte Idee war übrigens der Sommer der Liebe. Gerade erst letzte Woche erdacht und (weil Drive) gleich umgesetzt. Beim Umsetzen hatte ich dann auch noch so ein warmes Gefühl im Bauch. Und deswegen reifte zusätzlich parallel noch der Entschluss heran, künftig öfter in dieser Form nach dem Zeichenstift zu greifen. Merkter was? Übrigens, nach über drei Jahren Bloggen ist dieser Beitrag meine erste Teilnahme an einer Blogparade (die Gitte, die befruchtet mich leider auch immer wieder).

Über den Blogger
Marco Hitschler wohnt in Mannheim und schreibt auf diesem Blog beliebige Texte in das Internet hinein. Sein Handwerk ist die Informatik und beruflich arbeitet er im Projektmanagement. Wenn man einmal mit dem Bloggen angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. Furchtbar! Infolgedessen wird auf diesem Blog ganz kunterbunt in verschiedenen Formaten publiziert.
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