unmus Blog, Podcast, Sketchnotes, Tweets, WordPress, Fotos 2019-05-02T19:30:03Z https://www.unmus.de/feed/atom/ WordPress https://www.unmus.de/wp-content/uploads/cropped-unmus-favicon-32x32.png marco http://www.unmus.de <![CDATA[You have been hacked!]]> https://www.unmus.de/?p=5488 2019-05-02T19:30:03Z 2019-05-02T19:30:03Z ]]> Vor ein paar Monaten erhielt ich folgende eMail.

Hello!

I’m a programmer who cracked your email account and device about half year ago. You entered a password on one of the insecure site you visited, and I catched it. Your password from marco.hitschler@spelzenhof.com on moment of crack: logitech.

Of course you can will change your password, or already made it. But it doesn’t matter, my rat software update it every time.

Please don’t try to contact me or find me, it is impossible, since I sent you an email from your email account. Through your e-mail, I uploaded malicious code to your Operation System. I saved all of your contacts with friends, colleagues, relatives and a complete history of visits to the Internet resources. Also I installed a rat software on your device and long tome spying for you.

You are not my only victim, I usually lock devices and ask for a ransom. But I was struck by the sites of intimate content that you very often visit. I am in shock of your reach fantasies! Wow! I’ve never seen anything like this! I did not even know that SUCH content could be so exciting! So, when you had fun on intime sites (you know what I mean!) I made screenshot with using my program from your camera of yours device. After that, I jointed them to the content of the currently viewed site. Will be funny when I send these photos to your contacts! And if your relatives see it? BUT I’m sure you don’t want it. I definitely would not want to …

I will not do this if you pay me a little amount.
I think $877 is a nice price for it!
I accept only Bitcoins.
My BTC wallet: 1HQ7wGdA5G9qUtM8jyDt5obDv1x3vEvjCy

If you have difficulty with this – Ask Google “how to make a payment on a bitcoin wallet”. It’s easy. After receiving the above amount, all your data will be immediately removed automatically. My virus will also will be destroy itself from your operating system.

My Trojan have auto alert, after this email is looked, I will be know it! You have 2 days (48 hours) for make a payment. If this does not happen – all your contacts will get crazy shots with your dirty life! And so that you do not obstruct me, your device will be locked (also after 48 hours) Do not take this frivolously! This is the last warning!

Various security services or antiviruses won’t help you for sure (I have already collected all your data). Here are the recommendations of a professional: Antiviruses do not help against modern malicious code. Just do not enter your passwords on unsafe sites!

I hope you will be prudent.
Bye.

Normalerweise schenke ich solchen Mails keine große Aufmerksamkeit und lösche sie halb überflogen schon weg. Aber in diesem Fall liess mich ein Detail erstarren, der Puls ging hoch und der Text erhielt meine volle Aufmerksamkeit. Denn ich war mir absolut sicher, dass ich das Passwort „logitech“ für einen Dienst im Internet verwende oder zumindest das Passwort in der Vergangenheit schon mal verwendet habe.

Ich öffnete den Passwort-Manager und suchte nach dem entsprechenden Dienst mit dem genannten Passwort. Glücklicherweise fand ich keine Einträge. „logitech“ war also ein sehr altes Passwort und nicht mehr in Gebrauch. Mein Puls ging langsam zurück.

Tastatur Querty

„logitech“ als Passwort ist natürlich extrem schwach. Es sind nur 8 Zeichen, ausschließlich Buchstaben und (das ist am Schlimmsten) es handelt sich um einen bekannten Namen. Schon mit einer simplen Wörterbuch-Attacke könnte man also das Schloss öffnen. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, als das mit dem Internet so langsam angefangen hat, war Sicherheit noch kein großes Thema. Man hat viele Dienste ausprobiert, um sich mit dem Internet vertraut zu machen. Wenn ich damals ein Passwort vergeben musste, habe ich meistens im Raum herumgeschaut und das, was da so rumstand, als Passwort verwendet (buegeleisen, nagellackentferner, kaffeetasse). In diesem Fall muss wohl eine Logitech-Maus herumgestanden haben (als ich noch auf Windows war, war Logitech mein bevorzugter Lieferant für Mäuse).

Die nächste Frage war, ist das eMail wirklich von meinem Account verschickt worden? Das Feld des Absenders enthielt meinen Namen und meine eMail-Adresse. Aber darauf kann man nicht vertrauen, diese Angaben lassen sich ganz leicht fälschen. Ich suchte in meinem eMail-Progamm die Funktion „Header anzeigen“.

eMail Header

Der Header enthält viele technische Informationen, die zur Übermittlung, Verarbeitung und Darstellung einer eMail nötig sind. Mitunter ist dort festgehalten, welcher Server das eMail initial verschickt hat. Wenn man ein eMail versendet, gelangt es nämlich nicht vom Sender unmittelbar zum Empfänger, sondern passiert auf dem Weg viele Zwischenstationen. Quasi genauso wie ein Brief in der wirklichen Welt, der über mehrere Verteilerzentren zum Empfänger transportiert wird. Auf der Reise durch das Internet notiert nun jeder Server, der an der Übermittlung einer eMail beteiligt ist, im Header der eMail, wann er das eMail erhalten hat, von welchem Server er das eMail in Empfang nahm und wohin er es nun weiterschickt. Diese Informationen lassen sich nun auch nicht mehr so einfach fälschen, weil es unwahrscheinlich ist, dass all diese Server auf der Wegstrecke vom Hacker kontrolliert werden. Im Header der besagten eMail stand folgendes.

Received: from 58-27-215-170.wateen.net ([58.27.215.170])

Das eMail wurde also von der IP-Adresse 58.27.215.170 versendet. Laut Webrecherche befindet sich die IP-Adresse 58.27.215.170 in Pakistan. Weil mein eMail-Server aber in Deutschland steht, kann ich damit eigentlich ausschließen, dass das Mail über meinen Account verschickt worden ist. Also war das nur ein Bluff und der Angreifer hat gar keinen Zugang zu meinem eMail Account. Ich war erleichtert. Trotzdem enthielt das Mail immer noch ein ehemals von mir genutztes Passwort und deswegen blieb weiterhin ein flaues Gefühl im Bauch zurück. Also noch mal ganz langsam das Mail lesen.

I’m a programmer who cracked your email account and device about half year ago. You entered a password on one of the insecure site you visited, and I catched it. Your password from marco.hitschler@spelzenhof.com on moment of crack: logitech.

Er hat also meinen eMail-Account gehackt. Und mein „Device“. Aber welches Device jetzt genau? Mein Notebook? Mein Tablet? Oder mein Smartphone? Und an mein Passwort wäre er durch dessen Eingabe auf einer unsicheren Webseite gelangt. Die unsichere Webseite wird dabei seltsamerweise namentlich gar nicht genannt. Jedenfalls, das ist alles ziemlich viel auf einmal. Weil wenn man das eine gehackt hat, hat man noch lange nicht das andere gehackt. Oder kann er sich nur nicht mehr richtig erinnern, was er jetzt genau gehackt hat, weil er halt den ganzen Tag am rumhacken ist?

Of course you can will change your password, or already made it. But it doesn’t matter, my rat software update it every time.

Leider lässt sich gar nicht so einfach feststellen, ob ein System durch Fremdsoftware infiziert ist oder nicht. Besonders wenn die Schadsoftware nicht namentlich bekannt ist und man damit nicht weiß, an welchen Stellen man suchen muss. Dieser Behauptung konnte ich also nicht weiter nachgehen.

You are not my only victim, I usually lock devices and ask for a ransom. But I was struck by the sites of intimate content that you very often visit. I am in shock of your reach fantasies! Wow! I’ve never seen anything like this! I did not even know that SUCH content could be so exciting! So, when you had fun on intime sites (you know what I mean!) I made screenshot with using my program from your camera of yours device. After that, I jointed them to the content of the currently viewed site. Will be funny when I send these photos to your contacts! And if your relatives see it? BUT I’m sure you don’t want it. I definitely would not want to …

Dieser Absatz ist ein bißchen wie aus dem Bilderbuch. Ich würde sehr oft „unanständige“ Seiten besuchen. Und während ich also vor dem Rechner meinen Spass habe, hat er einfach ein Bild von mir gemacht. Ich fühlte mich schon richtig wie in einem Kinofilm. Ganz schön fleissig das Kerlchen! Computer hacken, eMail hacken, Passwörter auslesen, Daten kopieren und sogar noch Bilder über die Kamera machen.

Will be funny when I send these photos to your contacts! And if your relatives see it? BUT I’m sure you don’t want it. I definitely would not want to …

I will not do this if you pay me a little amount.
I think $877 is a nice price for it!
I accept only Bitcoins.
My BTC wallet: 1HQ7wGdA5G9qUtM8jyDt5obDv1x3vEvjCy

[…]

My Trojan have auto alert, after this email is looked, I will be know it! You have 2 days (48 hours) for make a payment. If this does not happen – all your contacts will get crazy shots with your dirty life! And so that you do not obstruct me, your device will be locked (also after 48 hours) Do not take this frivolously! This is the last warning!

Wenn ich jetzt also nicht brav bin und das Lösegeld bezahle, werden die obszönen Inhalte an meine Kontakte verteilt. Und weil das noch nicht genug ist, wird zusätzlich noch mein Computer gesperrt. Das volle Programm! Und genau das ist hier irgendwie auch das Problem, es werden zu viele Ängste auf einmal adressiert. Das macht es unglaubwürdig. Wenn das alles wahr wäre, hätte man ja zumindest mal einen Beweis mitgeschickt (beispielsweise eine Datei von meinem Computer oder das öbszöne Bild von der WebCam).

Nach dem zweiten Lesen hatte sich also mein Puls normalisiert und die Welt war wieder in Ordnung. Doch es blieb immer noch die Frage, woher hat der Hacker jetzt mein „logitech“ Passwort? Auf jeden Fall wurde ein Dienst gehackt, den ich benutze oder benutzt habe, und bei diesem Hack wurden die Logins sowie die dazugehörigen Passwörter entwendet, welche dort unverschlüsselt hinterlegt waren. Das passiert ständig und man kann fast jeden Tag in der Presse davon lesen. Aber dieser Hack muss schon sehr alt sein. Diese arme pakistanische Hacker hat den Hack vermutlich auch gar nicht selbst durchgeführt, gelang jedoch in dessen Besitz. Wahrscheinlich hat er ihn einfach auf dem Schwarzmarkt gekauft, versucht nun daraus Kapital zu schlagen und arbeitet alle darin befindlichen Datensätze ab.

Notebook

In den Wochen darauf habe ich immer wieder solche Mails erhalten. Manchmal sogar mehrmals am Tag. Der Text war meistens nahezu identisch. Und alle Mails beinhalteten ein altes, aber nicht mehr verwendetes Passwort. Am Ende waren das aber alles leere Drohungen und nichts ist geschehen. Irgendwann habe ich mich dann auch über mich selbst geärgert, dass es der Absender letztendlich geschafft hat, mich innerlich derart aus der Reserve zu locken, so dass ich Lebenszeit für die Untersuchung investiert habe (auch wenn es letztlich nur ein paar Minuten waren). Zu meiner Entlastung, solch eine Drohung zu erhalten ist das eine, aber das eigene Passwort in einer eMail zu finden, ist das andere. Zu einem späteren Zeitpunkt hörte ich die Podcastepisode CR253 Refreshing Memories des Chaosradio. Darin berichtete Johnny Häusler beiläufig über die gleiche Attacke und darüber, wie sehr ihn die eMail bedingt durch das Passwort verunsicherte. Auch in meiner Familie trudelten vielfach diese Mails ein und sorgten kurzzeitig für Panik.

Diese Geschichte hat mich wieder etwas für das Thema der Passwort-Sicherheit sensibilisiert. Eigentlich lasse ich meine Passwörter seit Jahren ausschließlich algorithmisch generieren. In der Regel nutze ich Zeichenketten mit 14 Stellen, alphanumerisch, mit Zahlen und Sonderzeichen. Meine Passwörter sehen also ungefähr so aus: Eyvs7{%wU3szvC. Aber ich hatte leider noch eine ganze Menge alter Passwörter im Einsatz, die noch aus Zeit ohne Passwort-Manager stammen. Mein Amazon-Passwort war beispielsweise 18 Jahre alt.

Passwortgenerator

Mein erster Passwort-Manager war übrigens KeePass. Später bin ich zu LastPass gewechselt. Und mittlerweile nutze ich 1Password, um meine Passwörter zu verwalten. In 1Password gibt es eine sehr nützliche Funktion namens Watchtower. Der Watchtower analysiert alle verwendeten Passwörter dahingehend, ob es beispielsweise mehrmals verwendet wird, ob das Passwort in bekanntgewordenen Hacks auftaucht, oder wie es um die Passwortstärke bestellt ist. Jedenfalls meckerte 1Password in meinem Fall über 150 Passwörter an. Bislang war ich aber immer zu faul gewesen, um all diese Passwörter zu ändern.

Und so ist aus diesem Bluff dann auch etwas Gutes entstanden und ich habe mir endlich die Zeit genommen und all diese Passwörter geändert. Das war am Ende auch gar nicht so viel Arbeit, wie ich immer befürchtet habe. Jeden Abend ein paar Stück und nach wenigen Tagen war es erledigt. Also habe ich die Aktivität die ganze Zeit mal wieder unnötig vor mir hergeschoben.

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marco http://www.unmus.de <![CDATA[Wie kann man das halbe Internet löschen?]]> https://www.unmus.de/?post_type=ello&p=5459 2019-04-28T21:45:55Z 2019-04-28T20:35:36Z ]]> Um 50 % vom Internet zu löschen, geht man wie folgt vor.

  1. Google aufrufen
  2. Nach „thanos“ suchen
  3. Auf den Infinity Handschuh klicken

 
Ich find das soooo lustig!
Um sich darüber auch so herrlich zu amüsieren, muss man jedoch Avengers: Infinity War gesehen haben.

Thanks to Lillywitch!
(hat mich darauf aufmerksam gemacht)

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marco http://www.unmus.de <![CDATA[Zirkus016 – Hexenpunk]]> 2019-04-22T16:28:38Z 2019-04-22T13:23:09Z ]]>

Themen

Was macht überhaupt keinen Sinn? In welcher Straße werden Kinder ausgenutzt? Wer will alles richtig machen? Was ist eine Käsekuchenverschwendung? Wer hat schon einmal Stau auf der Ludwigshafener Hochstraße verursacht? Was ist betrunkenes Nachtbacken? Wer hat die gleiche Frisur wie Regina in der Serie Once upon a Time? Welches Gerät hat jetzt 10 Knöpfe mehr? Wer ist seit Kurzem voll der Marvel MCU Experte? Was ist die Marvel MCU Timeline? Wer hat mit 12 Jahren schon FSK18 Filme geguckt? Wessen Twitter Avatar ist ziemlich lame? Wo kommt eigentlich Halloween her? Wer muss unbedingt die X-Men Filme gucken? Was ist Zero Activity? Wer schummelt bei der #50bookschallenge? Was passiert mit einem Buch, wenn man es mit in die Badewanne nimmt? Und wer hat nur 10 von 12 Punkte im Eiskönigin Test erhalten?

Shownotes

Teste dein Eiskönigin Wissen!
Batman Kreuzworträtsel
Once upon a time
Smeg Kühlschrank
Die Marvel MCU Timeline
Halloween vs Hexennacht
Wer ist die Sarah?

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marco http://www.unmus.de <![CDATA[The Geheimnis of L]]> https://www.unmus.de/?post_type=ello&p=5433 2019-04-04T21:09:25Z 2019-04-04T21:09:25Z ]]> Wie in den meisten Stadtteilen gibt es auch in meinem Quartier eine belebte Straße, wo die Menschen zusammenkommen und das Leben sich versammelt. Die Straße durchzieht den ganzen Stadtteil. Auf beiden Seiten finden sich Geschäfte, Supermärkte, Bäckereien, Schulen, Apotheken, Postfilialen, Handwerker und Wäschereien. Man bekommt dort eigentlich alles, was man zum Leben braucht. Und weil ich direkt um die Ecke wohne, erleichtert das meinen Alltag sehr. Natürlich gibt es in der Straße auch einige Cafés und Restaurants. Beispielsweise das Lemberg (Café-Bar-Restaurant) oder das Lido (Café). In beiden bin ich sehr gerne zu Besuch. Kürzlich haben drei weitere Gaststätten aufgemacht. Das Luni (Bistro), das Le‘s (Sushi) und das La Loba (Tapas). Was jetzt natürlich Fragen aufwirft! Zwar haben wir noch vereinzelt ein paar Lokale in der Straße, die mit einem anderen Buchstaben beginnen, unter anderem das Bernstein (Brasserie) oder das Kult (Cafe), aber die Häufung des L als Anfangsbuchstabe ist schon augenfällig. Immerhin hat der Buchstabe in der deutschen Sprache normalerweise nur eine Auftrittswahrscheinlichkeit von 3,44 %. Beispielsweise gibt es in diesem Text nur 3 Wörter (Locations nicht mitgezählt), die mit einem L beginnen. Geheimnisse! Überall Geheimnisse!

The Street of L

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marco http://www.unmus.de <![CDATA[Der Audioguide]]> https://www.unmus.de/?post_type=ello&p=5422 2019-03-31T12:02:04Z 2019-03-31T12:02:04Z ]]> Letztes Jahr habe ich das Museum als Ort der Muße für mich entdeckt. Seitdem nutze ich gerne freie Nachmittage zum Besuch im Museum. Gestern war ich zum Beispiel in der Kunsthalle Mannheim (Kuma) und besuchte die Ausstellung Henri Laurens – Wellentöchter. Henri Laurens war ein französischer Bildhauer und zählt zu den Vertretern des Kubismus (wie auch Pablo Picasso). Die monographische Sammlung in der Kunsthalle zeigt aktuell einen groben Querschnitt seiner Werke.

In der Ausstellung nutzte ich erstmals die Kuma-App begleitend auf dem iPhone. Über die Kuma-App werden unter anderem die Audioguides zu den laufenden Ausstellungen zum Abruf bereitgestellt. Den Kuma-App-Audioguide kann man sich grob als Podcast mit Kapitelmarken vorstellen. Vorort sind gewisse Exponate mit einem Symbol markiert und diese Symbole dienen als Hinweis, um das entsprechende Kapitel abzuspielen. So kann man sich dann in seinem eigenen Tempo von Exponat zu Exponat hangeln und bekommt alles schön erklärt. Solche Audioguides gibt es ja schon länger, aber meistens kommen die im Museum als Walkman mit klobigem Kopfhörer daher, was bei mir immer einen inneren Widerstand auslöst. Ich freute mich also über das neue Konzept, setzte mir die AirPods auf und flanierte gemütlich los.

Gleich im zweiten Ausstellungsraum wich die Begeisterung leider schnell dem Frust. Im zweiten Ausstellungsraum gab es nämlich nur Edge und damit konnten die Audio-Files nicht richtig aus dem Internet geladen werden und der Stream brach ständig ab. „ALTER!“ hab ich gedacht, „das ist ja mal wieder sehr schlau!“ Immerhin gab es aber für jedes Audio-Kapitel auch eine Transkription, was in dieser Situation wiederum sehr praktisch war.

(im dritten Ausstellungsraum habe dann auch ich gemerkt, dass die ganze Kunsthalle aus diesem Grund in allen Räumen mit einem frei zugänglichen WLAN versorgt ist)

Henri Laurens Skultur Skizze

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marco http://www.unmus.de <![CDATA[Der Widerstand der Illustratoren! #iPadPro2018]]> https://www.unmus.de/?p=5222 2019-03-17T14:50:40Z 2019-03-17T14:50:40Z ]]> FaceID ist einer jener Technologien, auf die, wenn man sie einmal benutzt hat, nicht mehr verzichten kann. So ähnlich war das damals auch mit dem Retina-Display. Einmal benutzt und schon kannste keine Pixel mehr sehen. Jedenfalls, obwohl TouchID als Mechanismus zur Authentifizierung schon richtig gut ist, seit mein iPhone die FaceID Magic unterstützt, hat es mich zunehmend genervt, auf meinem älteren iPad immer den Homebutton zum Entsperren zu drücken. Deswegen konnte ich auch nicht widerstehen als Apple im letzten Herbst die dritte Generation des iPad Pro mit FaceID und einem nahezu randlosen Display vorstellte.

Natürlich ist jedes neue iPad immer das best iPad ever (so will es das Gesetz). Wobei ich dieses Mal tatsächlich sagen muss, dass Apple das iPad mit dieser Generation wirklich auf ein neues Level gehoben hat. Ich will jetzt nicht die ganzen Features herunterbeten, aber schon allein die Performance! Der Computer wird schon länger als sterbende Gattung bezeichnet. Diese Prognose konnte ich bislang nicht so richtig mitgehen. Erst jetzt durch das iPad Pro 2018 bin ich ebenfalls zur Einschätzung gelangt, dass ein solches Tablet in einem normalen Haushalt den Computer ersetzen kann, welchen ich bislang immer als zwingend notwendig erachtet habe.

Ich halte also große Stücke auf die aktuellen iPad Pros. Im Zusammenspiel mit dem Apple Pencil entdeckte ich jedoch nach ein paar Tagen ein seltsames Problem. Beim Illustrieren für meinen Blog fiel mir auf, dass, wenn man den Stift über das Display führt, es an manchen Stellen eine Art von „Widerstand“ gibt. Es fühlt sich ein bisschen so an, als wäre das Display an dieser Stelle verschmutzt. Komischerweise ließen sich jedoch an dem Display optisch keine Unebenheiten feststellen. Es reflektierte das Licht ohne Makel. Wenn man nun den Finger zum Zeichnen oder den Pencil ausschließlich zur Menüführung benutzte, blieb der Widerstand aus. Sehr seltsam! In solchen Momenten zweifle ich immer an mir selbst. Hab ich das jetzt nur geträumt oder was?

Anfangs vermutete ich, der Widerstand wäre auf einen Produktionsfehler zurückzuführen, und nahm mir vor, das Gerät nach Weihnachten umzutauschen. Nach ein paar Wochen gab es in meinem Freundes- und Familienkreis jedoch weitere iPad Pro Besitzer. Ich kontrollierte deren iPads und konnte das Verhalten erstaunlicherweise reproduzieren. Beim Zeichnen mit dem Apple Pencil gab es einen geheimnisvollen Widerstand auf dem Display. Folglich konnte der Sachverhalt also kein einmaliger Produktionsfehler sein. Entweder war eine ganze Produktionscharge fehlerhaft oder es gab ein konzeptionelles Problem mit dem Hardware-Design.

Mir lassen solche Dinge meistens keine Ruhe und ich kann da mitunter schon eine gewisse Hartnäckigkeit entwickeln. Ich nahm mir ergo vor unbedingt herauszufinden, was die Ursache dieses rätselhaften Widerstands war. Also schrieb ich ein eMail an die Mac&I-Redaktion des renommierten Heise Verlags mit der Bitte um Analyse. Ich erklärte den Sachverhalt und hoffte, dass die mich nicht für verrückt erklären (komischer Widerstand, zeigt sich aber nur beim Zeichnen). Noch am gleichen Abend antworte der Redakteur: „Ich kann das bei meinem Gerät nachvollziehen. Ich leite den Fall mal an die ganze Redaktion weiter.“

Eine Woche später veröffentlichte die Redaktion den Artikel iPad Pro: Nutzer klagen über Widerstand beim Zeichnen auf heise online.

iPad Pro: Nutzer klagen über Widerstand beim Zeichnen (Heise)

Mein erster Gedanke war, hoffentlich haben die auch noch andere Illustratoren gefragt und berufen sich nicht allein nur auf mich als Quelle. Mich als Illustrator zu bezeichnen wäre nämlich eine Beleidigung für alle wirklichen Illustratoren. Natürlich griffen auch andere Redaktionen die Meldung auf. Golem schickte sogar das eigene Personal in einen Apple Store, um das Problem zu reproduzieren (scheinbar haben die armen Golem-Redakteure keine iPads). Alle bestätigten den Fehler. Ich war einerseits erleichtert, andererseits aber auch enttäuscht. Erleichtert, weil ich mir das Problem nicht eingebildet habe. Enttäuscht, weil der einzige Ratschlag allgemein darin bestand, das Gerät umzutauschen. Was eigentlich kein Problem wäre, aber praktisch hatte ich bis heute noch kein iPad Pro in der Hand, welches sich nicht durch den Fehler auszeichnete.

Je länger ich über die Problematik nachdachte, umso mehr Aspekte wurden mir augenscheinlich. Als das iPad im November 2018 erschienen ist, wurde das Gerät natürlich sofort von allen Technik-Redaktionen ausgiebig getestet. YouTube ist beinah vor lauter iPad-Reviews geplatzt. Aber kein Mensch hat den seltsamen Widerstand beim Zeichnen mit dem Apple Pencil bemerkt. Und das verstehe ich nicht! Wie kann man das iPad testen und dieses Verhalten übersehen? Oder, anders ausgedrückt, wie man den neuen Appel Pencil testen, ohne damit gezeichnet zu haben? Ich bin mir sicher, der Fehler wäre sofort transparent geworden. In Gedanken habe ich mir solche Tests bislang immer so vorgestellt, dass Männer in weißen Kitteln in abgedunkelten Testlaboren mit den ausgekügelsten Verfahren und wissenschaftlichen Gespür am Testgerät herumwerkeln (zumindest im Heise Verlag). Aber scheinbar kochen die Tester auch nur mit Wasser. Ich hab allerdings auch nur mit Wasser gekocht und mir blieb der Widerstand nicht verborgen.

Apple selbst hat zu diesem Sachverhalt natürlich kein Statement abgegeben. Das Medienecho war auch erstaunlich gering. Außer ein paar weiteren Technik-Redaktionen hat niemand das Thema aufgegriffen. Selbst im ausschweifenden Apfelfunk-Podcast wurde darüber nicht berichtet. Was sehr interessant ist. Wenn es um die Produkte von Apple geht, wird normalerweise aus jeder Mücke einen Elefanten gemacht. Zumindest werden konzeptionelle Designmängel von der Presse liebend gern zu „Gates“ hochkristalisiert. Antennagate (2010), Scuffgate (2012), Mapgate (2012), Bentgate (2014), man kann schon eine richtige Aufzählung daraus machen. Aber nicht immer sind diese Gates die Aufregung wert. Man denke an das Hairgate von 2014, wo das iPhone 6 angeblich den Nutzern die Haare ausriss (wegen einem kleinen Spalt am Display). Oder das Tattoogate von 2015, wo bemängelt wurde, dass der Herzsensor der Apple Watch bei tätowierten Unterarmen nicht funktionierte.

Für den Pencil veröffentlichte Apple bislang keine Verkaufszahlen, aber schätzungsweise verkauft sich das gute Stück recht gut. Zumindest haben sich alle iPad Pro Besitzer, die ich kenne, auch den Pencil zugelegt. Was zur Frage führt, warum das Pencilgate ausblieb. Obwohl die Werbung das Gegenteil suggeriert, wird der Apple Pencil scheinbar recht selten zum Zeichnen verwendet. Vermutlich wird der Stift hauptsächlich zur Menüführung oder für handschriftliche Notizen benutzt.

Tatsächlich sind die Auswirkungen des Widerstands streng genommen auch nicht ganz so dramatisch. Man kann das iPad Pro trotz des Widerstands problemlos zum Zeichnen benutzen, denn die geführte Linie wird von der Software fehlerfrei erfasst. Der Widerstand stört sozusagen nur „den gefühlten Zeichenfluss“. Dennoch bleibt ein Beigeschmack zurück, denn das iPad wird einerseits als „PRO“-Gerät beworben, andererseits auch gezielt für den UseCase des Zeichnens. Für Pro-Geräte gelten immer etwas höhere Maßstäbe. Zudem kostet ein iPad Pro in höheren Konfigurationen zusammen mit dem Pencil über 2000 Euro. In diesen Preisregionen gibt es nur wenig Raum für Fehlertoleranz.

Zurück bleibt am Ende aber die Frage, wodurch entsteht nun der Widerstand beim Zeichnen auf dem iPad Pro? Bislang hat leider noch niemand belastbar herausgefunden, worin die physikalische Ursache begründet ist. Im Netz findet man allerlei Theorien. Die Theorien starten bei einer fehlerhaften Schutzbeschichtung und enden bei Mikrostaub unter dem Display. Die naheliegenste Erklärung besteht darin, dass der Widerstand durch die Magnete verursacht wird. Im neuen iPad Pro sind nämlich über 100 Magnete verbaut. Und scheinbar reagieren diese Magnete an manchen Stellen mit den aktiven Komponenten des Apple Pencil. Diese Vermutung würde auch dadurch gestützt, dass der Effekt im Zusammenspiel mit anderen, passiven Stiften ausbleibt.

Abschließend würde mich ja mal interessieren, wie echte, professionelle Illustratoren über die ganze Sache denken. Vielleicht bin ich da zu streng, aber mich kekst das schon ein bisschen an.

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marco http://www.unmus.de <![CDATA[Bewohnerparkausweis Mannheim – Facts & Figures]]> https://www.unmus.de/?post_type=ello&p=5121 2019-01-13T18:37:43Z 2019-01-13T18:37:43Z ]]> Alldieweil ich für den letzten Beitrag hier im Blog (mal wieder) meine Bewohnerparkausweise gezählt habe, nutzte ich die Gelegenheit und habe folgendes unnützes Wissen zusammengetragen.

  • Die Lieblingsfarbe der Stadtverwaltung ist orange.
  • Das Design des Bewohnerparkausweis Mannheim ist so unveränderlich wie ein Granit.
  • Seit dem Jahr 2014 ist das Wort Bewohner gestrichen (was Fragen aufwirft).
  • Die Farbsättigung ist variabel (besonders bei Blau und Grün hamse irgendwie noch nicht den richtigen Farbton gefunden).
  • Seit 2011 scheint es einen festen vierjährigen Farbturnus zu geben (orange > grün > gelb > blau).
  • Die Farbfantasie der Stadtverwaltung ist auf 5 Farben begrenzt.
  • Die Farbe der Liebe kam letztmalig vor 12 Jahren zum Einsatz.

Bewohnerparkausweise Mannheim

Also mich würde das ja diebisch interessieren, welche Person in Amt und Würden diese Farben festlegt und warum.

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marco http://www.unmus.de <![CDATA[Bewohnerparkausweise zählen]]> https://www.unmus.de/?post_type=ello&p=5108 2019-01-09T12:48:00Z 2019-01-09T12:28:28Z ]]> Ich gehöre zu denjenigen Leuten, die sich ein Datum im Kalender eher schwer merken können. Als Jugendlicher war ich deswegen sehr von meinen Tanten und Onkels beeindruckt; die wußten beispielsweise immer ganz genau und wie aus der Pistole geschossen, wer in der Familie wann Geburtstag hatte. Ich hingegen konnte mir den Geburtstag von Mama eigentlich nur merken, weil sie am gleichen Tag Geburtstag hatte wie Axl Rose. Heute muss man sich die Geburtstage zum Glück ja nicht mehr merken, die stehen jetzt alle im Smartphone.

Man kann aber leider nicht alle Datümer im Smartphone nachgucken (ja, ich weiß, der Plural von Datum ist Daten; das fühlt sich aber erstens im Bauch voll komisch an, zweitens verbinde ich damit „andere“ Daten). In diesen Fällen versuche ich mir die zeitliche Verdrahtung meistens mit Hilfe von Assoziationen zu merken. Zum Beispiel habe ich mich von meiner ersten großen Liebe im gleichen Jahr getrennt, wo ich mit dem Zivildienst angefangen hab. Oder meine Berufsausbildung habe ich in dem gleichen Jahr begonnen, wo der 11. September geschah.

Aber es gibt auch noch andere Brücken. Wenn ich beispielsweise wissen möchte, wie lange ich schon in Mannheim wohne, zähle ich immer Bewohnerparkausweise.

13 Bewohnerparkausweise Mannheim

13 Bewohnerparkausweise, einen Ausweis abziehen, weil das Jahr gerade erst angefangen hat, also wohne ich schon 12 Jahre in Mannheim.

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marco http://www.unmus.de <![CDATA[Über die Genauigkeit von Angaben]]> https://www.unmus.de/?post_type=ello&p=5094 2019-01-07T12:28:24Z 2019-01-07T12:28:24Z ]]> Eine nahestehende Freundin war über den Jahreswechsel auf einer mehrwöchigen Fernreise. Weil wir oft miteinander die Zeit vertreiben, erkundigte ich mich im Vorfeld über die Länge ihrer Abwesenheit.

Ich: Wie lange bist du in Urlaub?
Sie: Bis 6. Januar.

Was ich verstanden habe:

Zeitstrahl (was ich verstanden habe)

Was sie gemeint hat:

Zeitstrahl (was sie gemeint hat)

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marco http://www.unmus.de <![CDATA[Das Brokkoli Trauma]]> https://www.unmus.de/?post_type=ello&p=5085 2019-01-06T19:31:55Z 2019-01-06T16:20:47Z ]]> Das Lieblingsessen meines Patenkinds ist Nudelauflauf mit Brokkoli. Zu seinem letzten Geburtstag bekam es natürlich abends von der Mama sein Lieblingsessen zubereitet und das Kind freute sich sehr darauf. Zum Abendessen war auch die nähere Familie eingeladen.

Also sassen wir alle am Tisch und in der Mitte stand ein Nudelauflauf. Nudelauflauf mag ich total gerne, aber Brokkoli mag ich leider überhaupt nicht. Also nur in gewissen Darreichungsformen, aber nicht in dieser halt. Gegrillt kann ich Brokkoli schon essen, aber gekocht geht gar nicht. Es ist halt kompliziert zwischen mir und den Lebensmitteln. Deswegen habe ich auf meinem Teller den Brokkoli an die Seite geschoben und mich einfach auf die Nudeln konzentriert.

Plötzlich begann aus heiterem Himmel das Kind heftig zu weinen. Eine Ursache war direkt nicht auszumachen. Wir schauten uns alle verwundert an und niemand wusste, was los war. In so einer Situation bekommt man teilweise wirklich einen Schreck, weil man befürchtet, eine Gefahr zu übersehen, auf welche man schnell reagieren müsste.

„Kind, was ist denn los?“, fragte die Mama.
„Marco isst seinen Brokkoli nicht!“, sagte das Kind.

Es folgten lange und ausführliche Erklärungen, dass jeder Mensch bestimmte Lebensmittel mag und nicht mag. Aber für das Kind war es einfach unverständlich, wie es denn sein könne, dass man Brokkoli nicht mag. Ein Ding der Unmöglichkeit! Diese Situation hat meine bislang ausgesprochen gute Beziehung zum Kind tatsächlich nachhaltig verstimmt. In der darauffolgenden Zeit begegnete mir das Kind leicht distanziert und es brauchte viele, viele Beschäftigungsstunden bis das Trauma überwunden war.

Brokkoli

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